Archiv der Kategorie: Jausengegner. Die Kolumne der Gebrüder Moped in den Alszeilen des Wiener Sport-Club

Man soll aufhören, wenn es am schirchsten ist

Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiel vom 19.05.17 gegen SK Rapid Amateure

Heute kommt Rapid. Willkommen. Letztes Heimspiel. Letzte Partie der Saison. Das letzte Mal im 43er keinen Sitzplatz kriegen. Das letzte Mal der Bankomat beim Spar außer Betrieb. Das letzte Klimpern im Karton unten am Klo. Der letzte Anstoß. Der letzte Pfiff. Das letzte Krügerl.

Letzten Sachen wohnt immer ein bisserl Wehmut inne. Der letzte Schultag vor dem Ernst des Lebens. Der letzte Kuss vor dem Anschied. Der letzte Badetag vor dem Herbst. Oder der letzte Blick nach der letzten Bim vor dem elends langen Heimweg zu Fuß.

“Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist!”
Wer hat diesen Unfug eigentlich erfunden? Ein Tritt dem Trottel. Der Mensch ist das einzige Wesen, das überhaupt – manchmal – weiß, dass sich etwas zum letzten Mal ereignet. Einerseits, weil er zählen kann – und die zehnte Mannerschnitte ist immer die letzte. Andererseits, weil er exklusiv mit Verstand und Bewusstsein ausgestattet worden ist. Mit dieser Vernunftbegabung wissen wir also auch, dass wir das letzte Mal hier auf Dornbachs Erden leben. (Andere Annahmen fallen unter die Kategorie Gott – also nicht Mensch.) Und wenn’s eh schon das letzte Leben ist, weil es keine Generalprobe ist, warum soll dann wer ausgerechnet aufhören, wenn es schön ist?

Man soll aufhören, wenn es am schirchsten ist!
Das ließe sich hören. Österreichs Außenminister für Innere Angelegenheiten hat uns das gerade erst vorgemacht. Und er hat uns immer schon prophezeit, es werde nicht ohne hässliche Bilder gehen. Dann hat er so schirche Bilder von der Koalition gemalt, dass er jetzt damit aufhören will. Nur logisch, dieser Kurz-Schluss.

Aber wenn sich im exklusiv einzigen Leben etwas Schönes tut, hört man doch nicht auf. Wie wahr, dass nach einem langen Freitag der erste Schluck Bier am Sportclubplatz der beste ist. Und dann soll man aufhören? Gegen solcherart Visionen braucht’s eher gute Ärzte.

Ein schnelles erstes Tor gegen Rapid wär heute am schönsten. Aber dann doch bitte nicht aufhören!

Come on, Sportklub!

 

Zukunft oder Knoblauchpudding

Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiel vom 01.05.17 gegen First Vienna FC 1894

Heute kommt die Vienna. Willkommen! Wir Mopeds spielen gerade selbst eine Reihe von Auswärtspartien. Das ist gut. Das ist aber auch grausam. Denn dementsprechend ist unsere Beziehung zum Sportklub momentan zwar immer noch sehr tief, aber: platonisch.

Nun haben platonische Beziehungen unter Humanoiden ja durchaus ihre Vorteile. Du kannst dich vor jedem Date sorglos mit Knoblauchpudding vollstopfen. Du ersparst dir, zum Ausgehen extra frische Osterhöschen anziehen zu müssen. Führt der Verlauf des Abends zur Diagnose “Too drunk to fuck”, darf das durchaus als befriedigender Höhepunkt in der Beziehung verbucht werden. Man ist einander trotzdem nie untreu. Und niemand muss sich fragen, ob das Übernehmen der gesamten Rechnung auch angebracht ist, oder nur teuer.

Völlig anders verhält es sich bei der biologisch wertvollen Beziehung Mensch-Sportklub. Paradoxer Weise ist die Liebe des Menschen zum Sportklub so groß und innig, dass Ersterer den Zweiten loswerden möchte.
“Nach l, n, r – das merke ja – kommt nie tz und nie ck.” Und der Sportklub hat bekanntlich das größte ck-Problem unserer Republik. Der Mensch will den Sportklub loswerden, um wieder mit der alten Liebe Sportclub zusammenkommen zu können. Für diese Wiederverheiratung von Geschiedenen braucht’s aber eine ordentliche Mitgift: Wir kaufen ein C.

Ein so ein C gibt’s aber nicht billig. In keiner Hinsicht. Schließlich geht’s da um keine platonische Beziehung, sondern aufs und ums Ganze. Deshalb steht auch glasklar fest, wer die Rechnung übernimmt: Der Mensch in der Beziehung.

Schenken wir uns eine Zukunft mit weiteren Dörbys of Love. Denn Liebe ist käuflich. Die des WSC sogar mit Geld. Her mit der Marie für die Spendenboxen. Auch wir unterstützen die Aktion:
Wir versprechen jedem Spendenden hoch und heilig, dass er oder sie KEIN von uns signiertes Sportclubleiberl kriegt.
#onewienersportclub

Die gleiche Übung geht übrigens auch in blaugelb babyleicht.

Come on, Sportklub!

Zahnzuckerl und Pasta Asciutta

Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiel vom 21.04.17 gegen Ritzing

Heute kommt Ritzing. Willkommen! Wir Mopeds sind so alt, dass wir in einer Zeit Kinder waren, als der Sportclub noch in der 1. Liga spielte. Aber war früher wirklich alles besser? Nein! Allerorten hieß es damals noch: „Seids froh, dass das habts, weil wir haben ja nicht die Möglichkeit dazu gehabt!”

Wir haben das alles ja aber gar nicht gewollt: Jeden Vormittag ein Zahnzuckerl. Oder jedes Jahr am Weltspartag ein Dracula-Gebiss aus Plastik in der Länderbank. Überfluss hieß das.

Um sich diesen Überfluss leisten zu können, waren unsere Mamas auch die ersten, die arbeiten gegangen sind. Früher strikte Trennung: Papa geht arbeiten (oder wahlweise in Krieg), Mama macht Haushalt und Kinder. Bei uns: Gleichberechtigung! Mama geht auch arbeiten plus  Haushalt, plus  Kinder. Weil die Papas wollten den Mamas ihre angestammten Rechte nicht streitig machen.

Nun hatten die Mamas aber keine Zeit mehr zum Kochen. Also gab es damals die ersten Fertiglebensmittel. Besser: “fertige Konservierungsmittel in chemischen Verbindungen mit lebensmittelähnlichem Hintergrund”. Eine neue Kulturtechnik war zu erlernen: Die geschmackliche Unterscheidung zwischen Produkt und Verpackung. Denn grundsätzlich hat das alles gleich geschmeckt und oft war das Cellophan besser als der Strudelteig selbst, denn das hat nicht so sehr nach Konservierungsmittel geschmeckt.

Kinder heute müssen extrem viel wissen: Was gibt’s heute, morgen, mittags, früh … zu essen? Bei uns: Immer das Selbe in jeweils anderem Aggregatszustand.

So auch in den Großküchen. Wenn wir zu Mittag in den Hort gekommen sind, mussten wir nicht erst nachschauen, was es zu essen gibt. Wir haben uns das Flascherl Maggi-Suppenwürze genommen, die Hälfte über den Teller geschüttet und dann war’s genießbar. Egal, ob das eine Pasta Asciutta oder ein Kaiserschmarrn war.

Wir wollten Ihnen aber keinen Gusto auf Inzersdorfer machen, sondern auf Dornbacher.

Come on, Sportklub!

Die Wahrheit ist eine Tochter des Sportklub

Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiel vom 31.03.17 gegen Stadlau

Heute kommt Stadlau. Willkommen! Frei nach Bruno Pezzey und Prodixan wird das heute ein schweres Spiel. Denn Stadlau ist mit 29 Punkten Vierter der Tabelle, der Sportklub mit 17 Zwölfter. Das ist Fakt. Wer kann sich aber heute im postfaktischen Zeitalter darauf noch verlassen? Fake News, Alternative News, … was heißt das überhaupt.

Schon im Privaten tut man sich mit der Wahrheitsfindung schwer. Gut, wenn du in der Früh noch völlig verträumt aufstehst und mit voller Wucht auf einen Lego Einser-Stein deiner Tochter trittst, dann sind das harte Fakten. Wenn der kleine Mensch aber postwendend vorbrescht und bahauptet, dass das die Schuld der Schwester gewesen wäre, weil die nicht aufgeräumt hätte, dann bist du mitten im privaten postfaktischen Zeitalter gelandet. Wenn sie dann noch einen draufsetzt und unaufgefordert verspricht, ab jetzt immer zuerst das alte Spiel wegzuräumen, bevor sie ein neues beginnt: Fake News! Leider. Geht’s dann noch ans Essen und die Tochter sagt: “Gelt, wir sind beide vegan – nur du mit Kuhmilch und ich mit Würsterln!”, dann ist das ein klarer Fall von Alternative News.

Im Prinzip also babyleicht, aber woher weiß man denn heute, ob man sich auf Informationen überhaupt verlassen kann. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um an eingem zu Zweifeln. Deshalb halten wir uns ganz an Friedrich Torberg, wenn er sagte: “Ich glaube jedem, der die Wahrheit sucht. Ich glaube niemandem, der die Wahrheit gefunden hat.” Aber nicht einmal darauf kann man sich verlassen! Denn der Satz stammt nicht von Torberg, sondern von Kurt Tucholsky.

Unsere Prognose für das heutige Spiel ist genau deshalb denkbar leicht.
Verliert der Sportklub: Fake News!
Spielen wir unentschieden, berichten wir trotzdem von einem Sieg: Alternative News.
Gewinnt der Sportklub allerdings, haben wir sie gefunden, die Wahrheit.

Come on, Sportklub!

Make Sportklub great again

Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiel vom 03.03.17 gegen Ebreichsdorf

Heute kommt Ebreichsdorf. Willkommen! Und heute ist der 3.3. Gleich zwei Primzahlen nacheinander. Und Primzahlen galten schon immer als Unglückszahlen. Man lässt lieber Fünfe gerade sein, wir kennen die böse Sieben und freilich war es die 13. Fee, die als beleidigte Leberwurscht Dornröschen über den Jordan schicken wollte.

Jetzt ist heute nicht nur der 3.3., sondern gar der 3.3.17. Das sind sogar 3 (Primzahl!) Primzahlen. Zählt man 3 und 3 und 17 nun zusammen, ergibt das 23 – richtig, Primzahl! Und die Quersumme von 23? 5 – nächste Unglücksprimzahl (Jesus hatte zum Beispiel 5 Wundmale!). Diese Zahlen – total losers!

Und unser Sportklub? Hat momentan eine Tordifferenz von minus 5! Und zwar mit 12 geschossenen und 17 erhaltenen Toren. Summe: 29 – Primzahl! Dass die Heimat des Sportklub der Wiener Bezirk Nummer 17 (Primzahl, nona) ist und wir mit der Bim Nummer 43 (ehschowissen) alle 2 (Primzahl!) Wochen zur Freitagsmesse pilgern, lässt wohl auch die letzten Zweifler verstummen. So sad!

Ebreichsdorf hingegen? Zur Info: Postleitzahl 2442. Keine Spur von Primzahl. 15 Spiele, 25 Punkte, 8 Siege, 1 Unentschieden, 6 Niederlagen, 4. Platz. Keine einzige Unglücksprimzahl spuckt dem ASK in die Suppe der Saison. It’s true!

Behauptet denn jemand wirklich, Ebreichsdorf hätte bislang die cleverere Saison gespielt und mehr Tore geschossen? Fake news!

We are here to tell You the truth: Das Ebreichsdorfer Establishment profitiert doch ausschließlich vom unkontrollierten Zuzug von illegalen Punkten!

Wir werden heute bei jedem Ebreichsdorfer Freistoß eine Mauer bauen! Und wer wird dafür bezahlen? Ebreichsdorf!

Wir können heute postfaktisch gar nicht verlieren! Make Hernals great again!

Come on, Sportklub!

Gurken schneiden, Gurkerln scheiben

Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiel vom 21.10.16 gegen SKN Juniors

Heute kommt St. Pölten. Willkommen! Das War schon eine bemerkenswerte Meldung, die uns kürzlich aus Tschechien erreicht hat: Die beiden bekannten Profikicker Lukas Vacha und Tomas Koubek von Rekordmeister Sparta Prag hatten der Unparteiischen Lucie Ratajova aufgrund einer Fehlentscheidung nach dem Match geraten, sie solle doch dorthin, wo sie auch hingehöre: An den Herd. Und weil das nicht als Kompliment für Ratajovas kulinarische Fähigkeiten gedacht war, setzte es von Vereinsseite eine leidlich kreative Buße. Beide Spieler müssen nun für einige Zeit mit dem Frauenteam mittrainieren, um ihre Weltbilder auf das Jahrhundert Nummer 21 aufzupimpen.

Wir finden in aller Solidarität natürlich schon, dass diese drakonische Sanktion eine Zumutung ist. Für das Frauenteam.

Was aber löst die Strafe bei den Urhebern der “Spartanischen Verse” selbst aus? Wird sich ihr Frauenbild nachhaltig verändern, oder stehen sie bei den Trainings weiter wacker ihren Mann und freuen sich jetzt halt noch mehr auf die Dusche danach? Bangen die Spieler gar um ihre männliche Identität und fiebern angstdepressiv den möglichen Langzeitfolgen entgegen: Sitzpinkeln und Zuhörenkönnen?

Sehen wir gar Zeiten von Straflagern für Machos entgegen: Traumfänger über den Betten, 24 Stunden Eiskunstlauf und Sex and the City im TV, Hechelkurs, Tupperware-Party und kuscheln statt Migräne? Besorgte Bürgerinnen warnen jedenfalls schon die längste Zeit vor den Gefahren, welche von solcherart weichgespülten Männern ausgehen: Jetzt nehmen sie uns auch noch den Herd weg 

Mit derlei altbackenen Verschwörungstheorien aber geben wir progressiven Männer uns natürlich längst nicht mehr ab und widmen uns derweil den wirklich wichtigen Fragen der Zeit: Wie nennt man im Damenfußball eigentlich ein Gurkerl?

Come on, Sportklub!

Die 3 letzten Fragen der Menschheit

wsk1

Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiel vom 07.10.16 gegen Parndorf

Heute kommt Parndorf / Pandrof. Willkommen! / Dobro došli! Wie wir alle wissen, sagt ein altes indianisches Sprichwort, dass man nach dem ersten Dreier der Saison einen Wunsch frei hat. Alsdann!

Die letzten 3 unbeantworteten Fragen der Menschheit seit Erfindung des Internets lauten bekanntlich: “Wo kommen wir her?”, “Wo gehen wir hin?” und “Was haben das Burgenland und der Sportklub gemeinsam?” Wir ziehen Frage 3 und haben die Antwort: Einen Lautsprecherwagen. Immer noch. In burgenländischen Dörfern fährt zumeist die Sozialistische Jugend durch das Gemeindegebiet und ruft zur antifaschistischen Marienprozession in der Nacht des 30. April mit Fackeln auf, während der Sportklub sogar grenzüberschreitend im Bezirk Währing für jedes Heimspiel automobil lautsprechert. Beides ist unglaublich charmant und erinnert uns an die “Fab 4” (Don Camillo, Peppone und die beiden Blues Brothers).

In der Lacknergasse, im 18., kommt der Sportklubwagen aber leider oft nicht von der Stelle. Da gibt’s nämlich gegenüber einer privaten, englischsprachigen Volksschule ein Obdachlosenheim. Und da ist’s naturgemäß immer laut. Wegen der SUV-Mamis nämlich, die ihre Kinder zu Mittag von der Schule, nach dem sie offenbar mit ihren Pisten-Bullis ihre Latifundien abgefahren sind, ihre Spösslinge in zweiter Spur abholen und damit ein tägliches Hupkonzert organisieren. Daher hört man den Sportklub-Propagandawagen genau dort besonders laut und lang. Dem Walter G. ist’s wurscht, weil der geht als Pensionist mit seinen Volksschulfreunden sowieso seit Jahrzehnten zu jedem Heimmatch, nachdem er ehrenamtlichen Küchendienst im Obdachlosenheim geleistet hat. Dem Jozsef K. ist’s nicht wurscht, weil der würd’ so gern auf WSK-Matches gehen, kann sich’s aber überhaupt nicht leisten, weil er jeden verdienten Euro als Hilfshackler im Obdachlosenheim seiner Familie zukommen lässt.

Es warat also wegen dem nächsten Dreier und einer Herzensangelegenheit, lieber WSK.

Come on, Sportklub!

The Kids are alright

wsk1Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiel vom 23.09.16 gegen Traiskirchen

Heute kommt Traiskirchen. Willkommen! Letzte Woche waren The Who in Wien zu Gast. Die Aufstellung deutete eigentlich auf keine Überraschungen hin. Im Tor: Zak Starkey, dessen Vater schon ein Starr war. Als souveräner, tief stehender Libero: Pino Palladino, eine Transferverpflichtung von Eric Clapton. Der Weltklasse-Sechser im Spielaufbau: John Bundrick. Trickreicher Achter: Simon Townshend, der Josef Sara der Premier-League. Am linken Lungenflügel: Roger Daltrey, immer noch mit einer Frisur, wie sie heute nur noch in der 2. Wiener Verbandsklasse zu finden ist. Und schließlich die Solo-Spitze: Pete Townshend, gegen den sich alle Abwehrversuche als Kampf gegen Windmühlen entpuppen.

Gleich vorweg: Der Sieg dieses Stadthallenturniers dieser extrem gut eingespielten Truppe war mehr als gerecht. Alleine die ausgeklügelte Choreographie des Gast-Teams zog auch das heimische Publikum in seinen Bann. Das traumwandlerisch präzise Doppelpassspiel zwischen Townshend – Daltrey – Townshend in seiner synkopisierten Unberechenbarkeit erinnerte an die weiland hohe Kunst des Tikitaka. Diesen Ttriumph in einem absoluten Offensivspektakel schmälert auch die Tatsache nicht, dass der Sieg freilich aufgrund mehrerer aufgelegter Elfer so hoch ausfiel (etwa My Generation, 4.).

Besonders auffällig bei dieser äußerst fair gespielten Partie: Die Zuschauer. Natürlich sah man viele Fans in Trikots des Favoriten, jedoch gleichzeitig auch sehr viele in den Farben anderer Clubs: Slayer, The Jam, Deep Purple, Metallica, um nur einige zu nennen – und trotzdem kam es zu keinerlei Ausschreitungen. Man mache sich nur einmal den Spaß sich vorzustellen, wenn bei einer Begegnung im Allianz-Stadion sich jemand im Rapidsektor mit einem Austria-Dress blicken ließe.

Das ginge im Fußball wohl nur auf der Friedhofstribüne. Cause The Kids are alright!

Come on, Sportklub!

Ein eigenartiger Ungustl

wsk1Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiel vom 16.09.16 gegen Amstetten

 

Heute kommt Amstetten. Willkommen!

Freilich sollten wir ihm keine Absicht unterstellen, aber er ist schon ein eigenartiger Ungustl mit seltsamen Anwandlungen.

Er hebt die Ferien auf ohne einen Ansatz von Entschädigung.
Er macht mehr Arbeit, aber die Tage kürzer.
Er will, dass wir uns anders anziehen. Immer mehr.
Er sticht dir schon einmal einen lebensmüden Drachen ins Aug.
Er ist leicht verschnupft.
Er vermehrt den Verkehr, aber die Baustellen lässt er uns noch.
Er erklärt die Saison für frisches Obst für beendet.
Er steht humorlos für den “Ernst des Lebens”.
Er fordert höhere Energiekosten. In jeder Hinsicht.
Er greift durchaus gern in den Gatsch.
Und entgegen aller Landläufigkeit: Er macht überhaupt nichts bunt, sondern tunkt alles bisherige Bunt in möchtegernfarbigen Rost.
Er macht einfach keinen Spaß.
Es ist schlicht ein Kreuz mit ihm. Obwohl: Nicht einmal das mit dem Kreuz will ihm heuer so richtig gelingen.

Es soll ja ernsthaft Menschen geben, die den Herbst mögen. Aber es gibt ja auch Menschen, die Reiswaffeln mögen.

Vielleicht sind diese Herbstmöger ja all jene Fans, die sich schlicht darüber freuen, dass der Herbst doch eine Königsdisziplin beherrscht: Den Fußball wieder ins Land zu bringen. Mit einem Haufen spannender Spiele und verschwenderisch vielen Punkten für den eigenen Verein.

Lassts es bitte endlich herbsteln.
Come on, Sportklub!

Selbstmordattentat ohne Selbstmord

wsk1Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiele vom 02.09.16 gegen FC St. Pauli und 06.09.16 gegen Austria Amateure

Diese Kolumne wurde in Griechenland geboren, der Wiege der europäischen Werte, wie man dieser Tage so viel gern so oft sagt. Hierher in den Süden Kretas, wo Godfather Zeus die leichtsinnige Europa verunkeuschte, hat uns der Chefredakteur der Alszeilen gesendet, um dem Sinn des Lebens aufzulauern. Beflissen, eifrig, pflichtbewusst und unermüdlich kommen wir diesem Auftrag auch mit allem gebührenden Fleiß nach: Wir schauen, essen, trinken, lachen, und am Ende des Tages soll der Mensch noch ins Bett finden – das Runde muss ins Eckige. Die Essenz des Fußballs scheint also auch die des Lebens zu sein. Mission erfüllt, fertig, Erster, danke Herr Chefredakteur!

Um zu dieser fundamentalen Erkenntnis zu kommen, mussten wir allerdings einige Hürden überwinden: Die Evakuierung unserer Abflughalle am Wiener Flughafen, weil ein Gepäckstück unbeaufsichtigt dastand. Klar, Selbstmordattentatgefahr. Und logisch, dass die Fluggäste mittels mit Maschinengewehren bewaffneten Exekutivbeamten in aller gebotener Unfreundlichkeit aus der Halle komplimentiert werden müssen. Zwar wäre ein Selbstmordattentäter kein solcher, würde er ein Attentat ohne gleichzeitigen Selbstmord ausführen, aber die Logik ist keine gute Freundin der Hysterie, sondern ihre Spielverderberin.

Auch nur allzu verständlich, dass man keine Flüssigkeiten mit ins Flugzeug nehmen darf. Flüssiger Sprengstoff und so. Außer man ist ein Kind. Aber dann nur bis zu 200ml. Außer das Kind ist über 2 Jahre alt. Dann nicht. In Wien. In Athen ist das so: Da wird man mit der Wasserflasche gefragt “Is this water?” Man antwortet polyglott eloquent “yes”. Man erntet als Reaktion: “Drink!” Man trinkt einen Schluck. Passt. Man darf’s mitnehmen. So einfach kann das Leben sein.

Wie auf unserem Sportclubplatz. Schauen, essen, trinken, lachen, und am Ende des Tages muss das Runde ins Eckige.

Come on, Sportklub!