Archiv der Kategorie: Wiener Vielfalt

Machen wir zur Sicherheit Krieg

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Ja, wir sind als Kinder im Wien der 70er Jahre des letzten Jahrtausends aufgewachsen. Unser Lieblingseis war der Doppellutscher. Unser Telefon war immer zuhause, weil es ein Festnetz war und der Bundeskanzler war Sozialdemokrat – obwohl er von der SPÖ war. Es herrschte eine akute Erdölkrise, Kalter Krieg, Angst vor dem Atom-Wettrüsten, wir waren umzingelt vom Eisernen Vorhang und selbst die Mode ließ alle Alarmglockenhosen schrillen. Es war durchaus zum Fürchten. Trotzdem redeten damals alle von Freiheit. Die Devise war: Türen auf, Fenster auf und frische Luft ins Land lassen. Für eine Gesellschaft, die frische Luft bislang mit dem Tannenduftspray erzeugt hatte, war das eine wagemutige Vision, aber der politische Wille überzeugend und “Freiheit” klang schon irgendwie cool … weiterlesen bei Wiener Vielfalt

Wir reden Tacheles

wienervielfaltDrei LinguististInnen der Universität Wien veröffentlichten kürzlich eine ¨Studie zur Rolle des österreichischen Standarddeutsch in seiner Funktion als Bildungs- und Unterrichtssprache an österreichischen Schulen¨. Wenig überraschend ein Nebenergebnis: Die gesprochene Sprache ändert sich. Vor allem Junge bedienen sich immer mehr so genannter ¨Deutschlandismen¨. Immer noch 61% der ebenso befragten LehrerInnen bevorzugten der Studie nach ¨Austriazismen¨, jedoch nur 46% der SchülerInnen … weiterlesen auf wienervielfalt.at

 

Wo liegt dieses Wien eigentlich?

wienervielfaltDas Jahr geht langsam winterschlafen. Und die sowohl medial als auch in zwei Parteizentralen zur Mutter aller Schlachten aufgeblasene Wienwahl liegt auch schon ein Weilchen zurück. Es kann der Stadt nur gut tun, wenn man ihr nicht permanent den Brandstempel gesellschaftlicher Spaltung auf die Stirn sengt und für sämtliche Fragestellungen ausschließlich im Raster “Oasch oder Leiwand” die richtigen Antworten sucht. Irgendwie müssen wir 1,7 Millionen Menschleins eben miteinander auskommen. Ist ja nichts Neues. Aber einfach ist das nicht, keine Frage. Denn gerade Wahljahre vermitteln zunehmend das Gefühl, als würden wir allesamt gar nicht in ein und der selben Stadt leben. Wir reden nicht mehr nur von einer Bildungs-, Chancen- oder Einkommensschere, sondern auch die Wahrnehmungen zu unserem Lebensraum namens Wien scheren immer weiter auseinander. Wo liegt dieses jeweils andere Wien eigentlich?weiterlesen auf wienervielfalt.at

Geht Wien wirklich baden?

wienervielfaltWir hätten uns wahrlich einen schöneren Sommer gewünscht. Nicht, was das Wetter betrifft, sondern das Klima. Und zwar das gesellschaftliche. Sei es in Wien, im restlichen Österreich, Europa oder dem Rest der Welt. Die Kluft zwischen den spürbar steten Entwicklungen zu Verantwortung tragenden Zivilgesellschaften und einer ansteigenden Zahl an Menschen, die in kulturbefreiter Verrohung gegen alles anschreit, kämpft, terrorisiert und mordet, was nicht in den kleinstkarierten Raster ihrer morgen- oder abendländischen Denkungsart passt, scheint bereits so tief geschlagen zu sein, dass wir uns nach einem Sommer wie damals sehnen: Zweimal pro Sommerferien taucht das Ungeheuer von Loch Ness auf, wird davon ein Mal völlig verwackelt fotografiert, weil es noch keine Selfie-Stange gibt, fromm darauf Schwörende und die Fraktion der Nessie-Atheisten geben sich einem erbitterten Glaubenskrieg auf dem Schlachtfeld der Leserbriefseiten hin und fertig war der mediale Sommer. Der Rest der sonnigen Zeit war routiniertes Raunzen über Benzinpreis und Bademode … weiterlesen auf wienervielfalt.at