Der Islam gehört auf die Hohe Warte

Foto: Juraj Patekar, Montage: Gebrüder Moped (CC BY 2.0)

Foto: Juraj Patekar, Montage: Gebrüder Moped (CC BY 2.0)

Der SR Donaufeld kommt. Donaufeld galt vor mehr als hundert Jahren noch als eine eigenständige Gemeinde, ehe man im historisch zweitwichtigsten Jahr (nach dem Urknall ca. 10.000 vor Christus) 1894 ein Teil von Wien wurde. Nachvollziehbar, im Augenblick, als sich der First  Vienna Football Club gründete, peilte naturgemäß weltweit jede Region die umgehende Zugehörigkeit zur Kaisermetropole an. Den Donaufeldern sollte es gelingen. Willkommen!

Die Katastralgemeinde Donaufeld kennen der gemeine Wiener und seine nicht minder gemeine Wienerin vorwiegend vom regelmäßigen Moscheenbesuch. Am Bruckhaufen in Donaufeld steht Wiens älteste und einzige Moschee mit Minarett, das Islamische Zentrum Wien.

Von Richard Lugner erbaut und Rudolf Kirchschläger eröffnet, entstand der religiöse Bau in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, zu einer Zeit als die publizierte Paranoia allem gegenüber, das sich keine halbnackten Leichen in die Schulklasse hängt, noch nicht so ausgeprägt war wie heute. Erst Jörg Haider und vor allem seine intellektuell drittklassigen Klone übten und üben sich in der unentwegten Rettung des christlichen Abendlandes. Kein Wunder, die meisten Heiligenbilder unserer Großeltern beweisen schließlich: Jesus Christus kommt ursprünglich aus dem Marchfeld.

Die Herren mit den wunden Gesichtern und ausbaufähigen Deutschkenntnissen vermitteln uns seit Jahrzehnten ihre panische Angst, dass die Welt wegen lediglich drei Minarette in Österreich mit ziemlicher Sicherheit untergehen wird. Die geistig kleinformatigen Spielwiesen des inseratenfreudigen Bundeskanzlers tun das Ihre dazu.

Aber die Welt ist nicht verloren. Am Ende kommt es ja doch gerne anders. Wie im letzten Oktober, als die Donaufelder meinten, eine 2:1 Führung gehen die Vienna begleite sie bereits fix zum erhofften Heimsieg. Nix da, erst mit einem 4:2 Auswärtssieg im Gepäck traten wir die Heimreise aus dem Islamischen Zentrum Donaufeld ins blau-gelbe Abendland mit Toleranzhintergrund an.

Nun sind wir die Gastgeber. Am Freitag, 8. Mai 2015 um 19 Uhr kommt der SV Rasenspieler Donaufeld Wien zu uns auf die Hohe Warte. Und nun, liebe Donaufelder, dürft ihr euch wirklich auf einen Heimsieg freuen. Auf unseren. So Allah will.

Come on, Vienna

PS: Diese Kolumne erschien ursprünglich auf der Website des First Vienna Football Club 1894 anlässlich des Heimspiels gegen Donaufeld am 08.05.2015.
Aus Freundschaft und Leidenschaft haben wir für den Verein unentgeltlich einige Kolumnen verfasst, nachdem uns das Redaktionsteam gefragt hat, ob wir – nachdem wir auch den Wiener Sportklub supporten – nicht auch für die Vienna etwas machen wollten. Wollten wir. Gerne sogar.
Das Präsidium ließ nach der heutigen Kolumne alle Texte von uns löschen. Das Redaktionsteam ist von seiner ehrenamtlichen (!) Arbeit zurückgetreten.
Come on, Vienna!

Weitere Texte zum Thema:
VICE „Gehört der Islam auf die Hohe Warte?“
Vienna Wanderers „Wer gehört auf die Hohe Warte?“

 

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Ein Kommentar zu Der Islam gehört auf die Hohe Warte

  1. Traurig! Das nennt sich halt Meinungsfreiheit … (Die am Drücker sind, haben die Freiheit, eine Meinung zu haben.) Ich finde den Artikel ja herrlich, aber es ist auch klar, dass die halbnackten Leichen nicht überall Zustimmung finden. Auch die kleinformatigen Spielwiesen (und möge das noch so korrekt sein) und die drittklassigen Klone dürften nicht unbedingt bei Allen Begeisterungsrufe hervorlocken. Der eine oder andere Vienna-Anhänger könnte ja schliesslich auch aus diesem Lager stammen.
    Dennoch – zur Zensur zu greifen und *sämtliche* Beiträge zu löschen ist ein sehr drastischer Schritt, den man nur bedauern kann.

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