Die 3 letzten Fragen der Menschheit

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Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiel vom 07.10.16 gegen Parndorf

Heute kommt Parndorf / Pandrof. Willkommen! / Dobro došli! Wie wir alle wissen, sagt ein altes indianisches Sprichwort, dass man nach dem ersten Dreier der Saison einen Wunsch frei hat. Alsdann!

Die letzten 3 unbeantworteten Fragen der Menschheit seit Erfindung des Internets lauten bekanntlich: “Wo kommen wir her?”, “Wo gehen wir hin?” und “Was haben das Burgenland und der Sportklub gemeinsam?” Wir ziehen Frage 3 und haben die Antwort: Einen Lautsprecherwagen. Immer noch. In burgenländischen Dörfern fährt zumeist die Sozialistische Jugend durch das Gemeindegebiet und ruft zur antifaschistischen Marienprozession in der Nacht des 30. April mit Fackeln auf, während der Sportklub sogar grenzüberschreitend im Bezirk Währing für jedes Heimspiel automobil lautsprechert. Beides ist unglaublich charmant und erinnert uns an die “Fab 4” (Don Camillo, Peppone und die beiden Blues Brothers).

In der Lacknergasse, im 18., kommt der Sportklubwagen aber leider oft nicht von der Stelle. Da gibt’s nämlich gegenüber einer privaten, englischsprachigen Volksschule ein Obdachlosenheim. Und da ist’s naturgemäß immer laut. Wegen der SUV-Mamis nämlich, die ihre Kinder zu Mittag von der Schule, nach dem sie offenbar mit ihren Pisten-Bullis ihre Latifundien abgefahren sind, ihre Spösslinge in zweiter Spur abholen und damit ein tägliches Hupkonzert organisieren. Daher hört man den Sportklub-Propagandawagen genau dort besonders laut und lang. Dem Walter G. ist’s wurscht, weil der geht als Pensionist mit seinen Volksschulfreunden sowieso seit Jahrzehnten zu jedem Heimmatch, nachdem er ehrenamtlichen Küchendienst im Obdachlosenheim geleistet hat. Dem Jozsef K. ist’s nicht wurscht, weil der würd’ so gern auf WSK-Matches gehen, kann sich’s aber überhaupt nicht leisten, weil er jeden verdienten Euro als Hilfshackler im Obdachlosenheim seiner Familie zukommen lässt.

Es warat also wegen dem nächsten Dreier und einer Herzensangelegenheit, lieber WSK.

Come on, Sportklub!

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