Zehn-Uhr-Pack: Kabarett-Rivalität löst Rätsel der Weltgeschichte

Rudi Schöller, Hosea Ratschiller, Michael Eibensteiner, Bernhuber & Sarsam und die Gebrüder Moped eint so gut wie nichts. Nein, schlimmer. Die Horde selbstsüchtiger Kabarettisten neuerer Schule kann einander nicht ertragen und verfängt sich regelmäßig in kleinkarierten Konkurrenzkämpfen. Das Wiener Kabarett Niedermair wird diese bubenhafte Dauerrivalität nicht länger dulden und bittet seine fünf Late-Nite-Acts zur regelmäßigen Leistungsschau an einem gemeinsamen Abend. Unter dem Label „Zehn-Uhr-Pack – Late Night Mixed Show“ serviert das Haus eine schmucke 5er-Packung kleinkünstlerischen Schaffens zum Preis von einem.

In monatelanger Vorbereitungszeit (natürlich unter Supervision und professioneller Schlichtungsbegleitung) ist es der komplizierten Bande gelungen, ein Kunststück einzustudieren, welches der heimischen Kabarett-Landschaft bis dato erspart geblieben ist. Das Zehn-Uhr-Pack ist startklar und verspricht: die Pyramide.

Kritische Kleingeister vermuten, dass der akrobatische Cheerleading-Klassiker maximal eine Minute in Anspruch nimmt und der Fünf-zum-Preis-von-einem-Schmäh genau hier seinen abzockenden Haken findet. Der kulturbewusste Feinspitz weiß jedoch entgegen zu halten: Wenn es einer derart widersprüchlichen Zusammensetzung gelingt, sich stramm und organisiert übereinander zu schachteln, wird der gezogene Hut dem Schenkelklopfer wohl weichen müssen.

Die Pyramide als Auftakt einer aktionistischen Massenversöhung? Der Kleinkunst-Mix wird zeigen, ob der Herrenrunde hier nur ein alberner Schabernack oder Bahnbrechendes der Geschichtsschreibung vorschwebt. Tun Sie sich das an! Denn wer möchte nicht im elitären Kreise derer stehen, denen hier vielleicht die Antwort auf die rätselhafte Frage nach dem Bau der Pyramiden serviert wird?

Zehn-Uhr-Pack @ Kabarett Niedermair
22:00 | Lenaugasse 1a, 1080 Wien | niedermair.at

  • Freitag, 05.11.2010 | ausverkauft
  • Freitag, 03.12.2010 | ausverkauft

Zehn-Uhr-Pack auf facebook und twitter

Bist du Moped diesen Herbst?

Neben einigen Gastauftritten und Shows mit dem Zehn-Uhr-Pack (alle Termine hier) gibt’s diesen Herbst wieder eine kleine Reihe unseres aktuellen Programms „Bist du Moped!“. Wir setzen weiterhin alles daran, die Olympischen Spiele 2020 in unsere heimatliche Katastralgemeinde Kaiserebersdorf zu bringen und freuen uns auf euren Besuch!

Mittwoch, 27.10.2010
Linz / Abeiterkammer OÖ (20:00) / facebook

Freitag, 29.10.10
Wien / Kabarett Niedermair (22:00) / Tickets / facebook

Donnerstag, 04.11.10
Wien / SPÖ:Liesing:Clubcafé (19:30)

Freitag, 19.11.10
Wien / Kabarett Niedermair (22:00) / Tickets

Samstag, 11.12.10
Wien / Gruam (19:30)

Samstag, 18.12.10
Wien / Kabarett Niedermair (22:00) / Tickets

Die Olympischen Spiele 2020 im Gemeindebau?
Die Gebrüder Moped werfen sich in ihrem zweiten Programm als Vertreter ihrer Heimatgemeinde Kaiserebersdorf voll ins Zeug. Schließlich geht’s um die Olympiabewerbung – dabei sein ist alles!

Die Konkurrenz scheint allerdings übermächtig: Geht’s doch gegen Mailand, Antwerpen und Boca Raton in Florida! Aber was sind schon noch so klingende Namen gegen die traumhaften Quadratbetonblöcke zwischen Raffinerie und Urnenhain? Zimmer mit Ausblick auf Zimmer mit Ausblick.
Das luxuriöse Wellness-Angebot im Spa-Bereich der örtlichen Kläranlage, oder die urige Wirtshausschlägerei mit echten Eingeborenen, nach der man den Abend entspannt bei einem gemütlichen Viertel Rum ausklingen lassen kann.
Schaffen es die Moped-Brüder, das Unmögliche möglich zu machen? Wird das entzückende Kaiserebersdorf am Tellerrand unserer Republik („Der Nabel vom Arsch der Welt“) wirklich zum romantischen Olympia-Austragungsort 2020, wo sich der kleine Mann von der Straße und die allein erziehende Billa-Kassierin noch gerne Gute Nacht sagen?

Wien ist tot? Mitnichten!

Unsere aktuelle Kolumne fotosafari auf kabarett.at.

Das war’s also. Die Fußball-WM ist Geschichte. Europa stellt den neuen Worldcupsieger. Ghana ist Weltmeister der Mopeds. Und Nordkorea Weltmeister der Herzen. Zumindest für Kim Jong-Il.

Schluss mit Public Viewing im Wirtshaus deines Vertrauens, Schluss mit Biersaufen und Schirimeckern, Schluss mit maskulinem Klugscheißern und Abseitsregeltalk. Der Sommer ist gelaufen. Was bietet Wien nun eigentlich noch den Gebrüdern und ihren LeserInnen aus der Bundeshauptstadt? Wir haben uns umgesehen.

Mieten Sie sich doch einen günstigen Apostrophen …

… und pilgern Sie zu einem der gut besuchten Grätzelfeste der ÖVP Kaiserebersdorf!

Kapern sie Ihren örtlichen Kreisverkehr und suchen Sie nach Öl!

Laden Sie Damen aus dem nächst gelegenen PensionistInnenheim zu einem netten Videoabend, denn:

Oder Sie bleiben alleine, tun Ihre Kontaktunfreudigkeit schon am Hauseingang kund …

… und haben Spaß mit sich selbst:

Brems yourself!

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Ja, wir haben über unsere Verhältnisse gelebt. Die ganze Zeit und immer nur. Jetzt haben wir den Salat. Europäische VolksvertreterInnen erkennen zunehmend das Problem. Und wir – die Gebrüder mit selbstkritischen Namen – auch. Ein Blick in unser privates Fotoalbum hat uns die Augen geöffnet und gezeigt, dass wir es die letzten Jahre offensichtlich wirklich zu üppig krachen haben lassen.

Schluss damit! Wir verzichten im Interesse des Kollektivs von nun an – versprochen! – auf …

… kulinarische Double-Features der leckeren Sorte.

… kostenspielige Luxusgüter aus dem Wasserhahn.

… den unnötigen Erwerb mittelalterlicher Männer.

… verschwenderische Einweg-Party-Gimmicks.

… übertriebene Geschenke für unsere Großeltern.

… protzige Kleidung und teure Accessoires.

Macht es uns gleich und ihr werdet sehen: Alles halb so wild! Nach einigen Jahren Luxus-Verzicht können wieder die Sau aus dem Kerker holen und uns erneut der geliebten Götterspeise zuwenden.

Wir sind Lebensratgeber!

Hydra-LebensratgeberAb wie vielen Strichen ist ein Bild ein Kunstwerk? Macht das Internet impotent? Wozu brauche ich Geld? Hat das Leben einen Sinn? Woher kommen eigentlich Lebensratgeber? Und natürlich: Wie werfe ich Zucker ins Weltall? Praktische Fragen, unerhörte Fragen, fragwürdige Fragen … all das bietet der große Hydra-Lebensratgeber.

Wir – die Gebrüder mit dem lebensratgeberfreundlichen Namen – haben die Ehre, Teil dieser Ratschlagsorgie zu sein. Unter der Rubrik „Promi-Tipp“ (Wow!) liefern wir eine Kompaktversion unserer Basics, wie Sie – auch im fortgeschrittenen Alter – Ihren in die Jahre gekommenen Hippie-Eltern noch gezielt einen Schlagbaum aufstellen: „Wenn Mutter Mao liebt„.

“Wie werfe ich Zucker ins Weltall?” erscheint im Verlag Der Apfel und ist ab Mitte Mai im Buchhandel erhältlich. Bestellbar auch auf  hydrazine.at.

Foto: Hydra @ facebook

Wir lassen uns sicher nicht papierln!

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So, jetzt haben wir für heuer unsere staatsbürgerliche Pflicht getan. Also 50% von uns – aber wer hätte vor kurzem noch gedacht, dass das gesamte Land wirklich Ernst macht mit Halbe-Halbe: Die eine Hälfte geht wählen, die andere liest derweil im Dichand’schen Demenz-Diary nach, wie sexy und wertvoll ihre eigene Demokratieverweigerung ist.

Jedenfalls können wir uns jetzt wieder den (noch) lustigeren Dingen des Lebens widmen. Z.B. jener Frau, welche unlängst ihren eigenen blunzenfetten Ehemann auf der Autobahn ausgesetzt hat, weil es ihr schlicht gereicht hat. Unserem Gusto nach sollten künftig ohnehin statt armer Hunderln und Haserln vermehrt innere Schweinehunde und postalkoholische Kater dort ihr Ausgedinge finden.

Hoch im Komoik-Kurs auch immer noch jene taghellen und mutigen US Bürger, die gegen eine zumindest halbwegs flächendeckende, solidarische Gesundheitsversorgung Demonstrationen organisieren und sogar Verfassungsklagen dagegen einbringen, dass Menschen zum Arzt gehen können – Recht so!

Moralisch kann das freilich nur bei uns in Österreich getoppt werden.
Nämlich von Salzburg und Rapid, wie wir hören. Beiden – auf ihr Scouting besonders stolzen – Klubs wurde nämlich weiland ein völlig unbrauchbarer Ballesterer namens Ivica Olic angeboten. Wie viele Türen schösse (im Sinne von: schießerte) der 3fache Torschütze des Champions-League Halbfinales schließlich gegen ADEG-Bundesliga-Gegner – DAS ist Solidarität mit den Mitbewerbern!

Und apropos Weltfußball:
Haben Sie schon alle 640 beisammen?

Als Kinder gefragt, was wir Moped-Brüder einmal werden wollten, schossen wir wie aus der Pez-Pistole: Panini-Pickerl!

Ja! Wir wollten schon als Kinder gesammelt, begehrt und gekauft werden!
So, wie wir das mit unseren Idolen getan haben.

Nicht von irgendwo besteht der gesamte Moped’sche Familiennachlass & -stolz aus den vollständig geklebten Alben 1978, 1982 und 2006. Dass Mama Moped unser ebenso volles Album aus ’74 versetzt hat, liegt leider an ihrem damals lockeren Verhältnis zum Thema Stoffwechsel (am Wiener Karlsplatz).

Wenn wir uns nun aber anschauen, was aus unseren einstigen Vorbildern geworden ist, wissen wir genau, warum wir uns letztendlich doch nie papierln haben lassen!

Die Reihe der unaufhaltsamen Abstiege einst ganz Großer ist Legion!
Da wäre zu nächst der unvergessliche Maradona!

Noch bevor der solchermaßen Heruntergekommene letztes Jahr den Unterhalt seiner Familie mit den „oral skills“ seiner Kritiker verdienen musste, schreckte er nicht zurück, in den 80ern des letzten Jahrhunderts seinen kleinen Bruder Hugo nach Österreich zu verkaufen – wir hoffen nur, dass Hugo kein Thema für Waltraud Klasnic wird!
Oder aber Andreas Ivanschitz

Der liebe, begabte Bub, dessen Karriere per Kapitänsernennung im Kindesalter von Johann K. eigenhändig kaputt gemacht wurde, hat es geschafft, von Athen bis Mainz zu bleiben, was er immer war: Ein Burgenländer.

Und nicht einmal das kann von diesem Mann behauptet werden:

Hüllen wir überall dort den Mantel des Schweigens darüber, wo er es nie schaffen wird!

Viel schlimmer aber noch hat es internationale Stars erwischt! Hier zum Beispiel Bernd Krauss:

In seinem ersten Spiel für Österreich (gegen Deutschland) schoss der ehemalige Deutsche prompt ein Tor – ein Eigentor. Aller Logik folgend wurde Herr Krauss nach getaner Arbeit wieder Deutscher …

Bedauernswerter fast nur diese Hero des runden Leders!

Auch dem montenegrinischen Ausnahmekicker, mehrfachen italienische Meister, zweifachen Champions-League-Sieger und Weltcup-Gewinner blieb ein grausames Schicksal nicht erspart: Er wurde am Ende seiner Karriere Rapidler!

Einzig dieser Mann aus der unvergesslichen Córdoba-Generation lässt damals wie heute unsere patriotischen Brüste schwellen, unsere Herzen großglocknerhoch schlagen – Sie ahnen, von wem die Rede ist!

Richtig! Josef „Sepp“ Stering – jener begnadete und international verehrte Kicker aus Pichling bei Köflach, dem als weltweit einzigen die Ehre zuteil wurde, ausgerechnet von Bonos Elitetruppe U2 einen Song gewidmet zu bekommen!
Wer erinnert sich nicht an den Megahit aus dem U2-Album „Hasta La Vista Baby!“:

Stering At The Sun!

Hören Sie sich das an und träumen Sie im Format 3:2!

Neulich in Venedig: John Porno und der Baldrian

Unsere aktuelle Kolumne fotosafari auf kabarett.at.

Immer dann, wenn die Möwe Baldrian –
die offensichtlich angetan
vom Fortschritte der Menschheit –
mit Getös’ und laut gen Wind schreit:
„Da bleib’ ich lieber noch im Nest
und wart’, dass Piero was vom Fischen lässt!
Zuerst die Arbeit, dann Vergnügen?
Mein Piero straft euch gerne Lügen!
Jagt ihr nur an meiner statt,
des Fischers Fang macht mich schon satt!
Fliegt ihr nur, ihr Artverwandten,
schabt die Flügel euch an scharfen Kanten!
Seufzer ob der kargen Stücke?
Ich hör sie nur von dieser Brücke!

Dieses ist die Stadt der Liebe –
Herrn Casanova knospten hier die Triebe!
Morgens grüßt er mich: >Bon Giorno!<
Worauf ich (lässig): >Tach, John Porno!<

Theater, Kirchen und Museen …
Was gibt es hier nicht zu sehen?!
Die Muse küsst mich mehrmals täglich –
Euer Raubfang? Arm und kläglich!

Seht nur hier den Sitz der Dogen!
Bildung bildet – ungelogen!
Politisch lügt auch hier man sich in Taschen
tax- und pfandfrei rechte Flaschen.

So wahr ich aber Balduin bin:
Dem Leben bringt Kultur erst Sinn!
So weit nun die Moral der G’schicht –
allein: Das füllt den Bauch noch nicht!
Ah! Da kommen meine Leute –
Gut gejagt und Schluss für heute?
Ihr habt viel? Soll mich nicht erschüttern –
ich lass mich dann von Piero füttern!
Der hat nix, und ihr habt’s gesehen?!
Und ihr werdet jetzt essen gehen?!
Und ihr nehmt mich auch gar nicht mit?!
Und wer nix tut, dem g’hört ein Tritt …?!“

Immer dann, wenn Piero heimkommt ohne Fang,
sitzt Baldrian am Baldachin und trutzt – ganz lang …

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