Schlagwort-Archive: Burgenland

Entwicklungshilfeaktion im Burgenland

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 08.05.2015 | Heimspiel gegen Ritzing

Heute kommt Ritzing. Aus dem schönen Burgenland. Wunderschön sogar, vor allem jetzt gerade. Es sind allerdings nicht etwa die zahlreichen pannonischen Verschönerungsvereine, die dafür verantwortlich zeichnen, sondern es handelt sich offenbar viel mehr um eine tolle Aktion für die Preisträgerinnen oder Preisträger eines experimentellen Lyrik-Wettbewerbs für solche MitbürgerInnen, die unserer schönen deutschen Sprache erst rudimentär mächtig sind. Entweder, weil sie sprachentwicklerischer Förderung bedürfen, oder weil sie vielleicht erst kürzlich in unserem jüngsten Bundesland sesshaft geworden sind.

In jedem Fall aber sind derlei integrative Aktionen, die auf Inklusion und nicht auf Ausgrenzung gegenüber der Mehrheitsbevölkerung setzen, nur zu begrüßen. Gleich auf überall gut sichtbaren 16-Bogen-Plakaten werden die glücklichen GewinnerInnen im ganzen Land affichiert. Groß portraitiert, strahlen sie ins Land mit den meisten Sonnenstunden. Dahinter meist ihr stolzer Pate, der gleichsam auch der Leiter der sozialen Kreativwerkstatt ist.

Auch auf den Plakaten zu lesen, die jeweils premierten Gedichte dieser gelungenen Entwicklungshilfeaktion.

Und natürlich möchten auch wir zwei Beiträge veröffentlichen, die sich durch besonders ausgefeilte Reimkunst auszeichnen:

„Nicht jeder, der will – bekommt Asyl“
Und es geht noch besser:
„Heimische Könner – statt Ost-Dumping-Löhner“

Liebe Ritzinger, wir wünschen Euch einen kurzen Landtagswahlkampf und uns 3 Punkte, ok?

Come on, Sportklub!

Burgenländer macht Zeitreise nach Wien

First Vienna FC 1894Unsere Kolumne Kraftrad 1894 auf der Website des First Vienna Football Club: Ausgabe vom 10.04.2015 anlässlich des Heimspiels gegen SC Neusiedl 1919

Sechs, fünf, sechs, sieben, drei, eins. F.R. David säuselt seine Words in die österreichischen Hitparade-Herzen. Neueinstieg der Woche, Gratulation! Bruno Kreisky ist Bundeskanzler, Deutschland Songcontestsieger, die Planwirtschaft europaweit am Blühen und Christina Stürmer gerade erst geboren. Auf der Hohen Warte gewinnt die Vienna 2:1 gegen den SC Neusiedl. Wir schreiben den 23. Oktober 1982. Unser Fluxkompensator lässt grüßen … weiterlesen auf firstviennafc.at

Gerechtigkeit für Fred Sinowatz

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 03.05.2014 | Heimspiel gegen SV Mattersburg (A)

Heute kommt Mattersburg. Aus dem schönen Burgenland. Wir Moped-Brüder mögen diesen Flecken Erde sehr. Ganz ohne Witz. Schaut man nämlich ein bisserl genauer hin, hat unser jüngstes Bundesland überraschend viel mit dem Sportklub gemeinsam: Gern unterschätzt, leidenschaftlich, gastfreundlich, bescheiden, klein, fein, arm – aber sexy! In jeder Hinsicht flach und trotzdem fröhlich – so sind wir beide halt! Dabei zeigen schon die nackten Zahlen, welch buntes, breites Spektrum das Burgenland zu bieten hat:

4 Volksgruppen, die friedlich miteinander auskommen
3 Resetarits-Brüder
2-sprachige Ortstafeln
1 Kreisverkehr pro EinwohnerIn (reine Schätzung)

Sogar einen Bundeskanzler stellte der Underdog unter den Bundesländern. Es war Fred Sinowatz, der das wohl pointierteste Bonmot eines österreichischen Politikers ever aus dem Sakkoärmel geschüttelt hat: „Nehmen wir also zur Kenntnis, dass nicht Waldheim bei der SA war, sondern nur sein Pferd.“

Es war aber ein anderes Zitat des unterschätzten Historikers mit der höchst kreativ gestylten Nase, das in verwordakelter Form Geschichte machen sollte: „Es ist alles so kompliziert!“ wurde zum Gassenhauer der Schenkelklopfer. Gräbt man aber den unverunglimpften Director’s Cut aus, gereicht das locker zu seiner Ehrenrettung:

„Ich weiß schon, meine Damen und Herren, das alles ist sehr kompliziert so wie diese Welt, in der wir leben und handeln, und die Gesellschaft, in der wir uns entfalten wollen. Haben wir daher den Mut, mehr als bisher auf diese Kompliziertheit hinzuweisen; zuzugeben, dass es perfekte Lösungen für alles und für jeden […] gar nicht geben kann.“

Wer hätte das gedacht. Ein beherzter Appell für mehr Fehlertoleranz in einer pluralistischen Gesellschaft – Baujahr 1983!

(Ob man das Wort Fehlertoleranz mit „c“ oder „k“ schreibt, wissen wir übrigens nicht.)

Come on, Sportklub!