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Der liebe Gott kommt nicht aus Sollenau

Papa war Vienna-Fan

Kraftrad 1894, der blaugelbe Gastkommentar der Gebrüder Moped: Die Sollenauer kommen. Aus dem kargen Steinfeld reiten sie ein, aus der Wiener Neustädter Prärie. Und gerne mögen sie alle kommen. Für die 4800 EinwohnerInnen der industrieviertler Metropole findet sich bei uns auf der frisch lackierten Hohen Warte allemal noch Platz. Herzlich Willkommen. So sind wir eben, wir Wiener … weiterlesen auf firstviennafc.at

Die Mauer muss weg

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 03.10.2014 | Heimspiel gegen Sollenau

Heute kommt Sollenau. Aus dem schönen Niederösterreich. Ein früherer Innenminister aus dem Wien umzingelnden Donauland wandte sich einst in aller Menschlichkeit an eine tschetschenische Flüchtlingsfamilie, in dem er mit seiner sozialarbeiterischen Kompetenz die Paradoxe Intervention anwandte und meinte: Wir laden die Menschen ein, das Land zu verlassen. Das war allerdings noch ehe er sich schnurstracks für den Aufenthalt in einer Verwahranstalt empfahl, die er zuvor als Minister noch selbst eröffnet hatte.

Nun muss sich eben seine Landsfrau und Amtsnachfolgerin mit Sicherheitsfragen wie Grenzschutz, Migrationskriminalität und Flüchtlingsunterbringung herumschlagen. Es will sich nur kein richtiger Erfolg bei ihren Bemühungen einstellen, den Spagat zwischen Humanität und Härte zu schaffen.

Dabei würde sich ein Blick nach Wien lohnen, wie’s gehen könnte. Denn trotz der angespannten Lage, war es wieder einmal die Bundeshauptstadt, die eingesprungen ist, die Bedürftigen – im Gegensatz zu anderen Bundesländern – aufzunehmen.

Alleine 34.000 Notwandernde waren es nur letztes Jahr. So viele NiederösterreicherInnen sind nämlich 2013 nach Wien gezogen. Und da sind die ArbeitsmigrantInnen, die abends die Stadt wieder verlassen, gar nicht mitgerechnet.

So geht Integration in Wien. Man hat hier nichts gegen fremdbundesländische Zuwanderer. Und das gilt natürlich auch und insbesondere für uns beim Sportklub. Wir heißen also auch die Burschen aus Sollenau herzlich willkommen. So lange sie mit Sertan Dornbacherisch reden, ihre Fans uns nicht die U-Bahnplätze wegnehmen und sie uns nicht die Punkte stehlen.

Da braucht’s doch keinen Grenzschutz. Wir sind gegen Grenzen. Wir sind gegen Mauern. Gerade heuer, 25 Jahre nach dem Mauerfall. Und solltet Ihr Sollenauer Euch heute bei einem Sportklub-Freistoß in 9,15m Entfernung aufstellen wollen, werden wir Euch laut, deutlich und nachdrücklich zurufen: Die Mauer muss weg!

Come on, Sportklub!

 

Kabinenparty gegen Sollenau

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 12.10.2013 | Heimspiel gegen Sollenau

Heute kommt Sollenau. Wahlen waren gestern. Sollen auch ganz lustig gewesen sein. Jedenfalls haben sich manche einen Jux in der Wahlkabine gemacht. Kabinenparty! Jede/r  4. hat für eines der beiden Nacktmodels gestimmt. Gehtschogemma Voigas – wurscht wohin, Hauptsache früher dort. Früher dort, wo jetzt Sollenau liegt, war das Königreich Noricum. Nach seinem Untergang als Schiff reinkarniert, um dann gleich wieder unterzugehen. „ … Udo, ein Leben lang mit Dir!“,  haben an Board wohl nur die größten Zyniker unter den Prokschopfern gesungen. Wo gesungen wird, da lass dich ruhig nieder, denn böse Menschen haben keine Lieder! Liederlich mögen wir auf der Friedhofstribüne ja bisweilen sein, aber wir wissen zu schätzen, dass da der Herr Seume (er wäre heuer auch schon 250 geworden – cheers!) unseren Gottesackersektor bereits zu schätzen wusste. Zu schätzen brauchte die ZAMG vor einer Woche nichts, denn sie wusste genau, dass die Erde rund um Sollenau mit der exakten Zahl von 2,6 gebebt hat. Auf der Richterskala. Wir wern kan Richter brauchen, hat auf „Alle Menschen san ma zwider“ der zu wenig geehrte Kurt Sowinetz gesungen. So wie Netzanbieter, werden interessanter Weise auch in anderen Branchen die Konkurrenten im freien Markt durch Fusionen immer weniger, und es kommt zu quasi Monopolstellungen – genauso, wie es Engels wollte. Er hätte nur Geduld haben müssen. Ohne Engelsgeduld wäre die letzten Jahre auch ein Sportklubfanleben über die Maßen unsexy verlaufen. Verlaufen haben sich beide der heutigen Mannschaften in die falsche Tabellenrichtung. Sollenau sogar vorne weg. Den Weg nach unten deuten die Äste der Trauerweide, und so hieß Sollenau ursprünglich Salen-, also Weidenau. Augenweiden werden heute die schwarzweißen Spielzüge sein. Und das Endergebnis auf der Anzeigetafel. Kein Jux. Und in der Sportklubgarderobe nach dem Spiel? Kabinenparty!

Come on, Sportklub!