Der Hase und die Beidl-Bande

Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sport-Club: Heimspiel am 12.04.19 gegen Stadlau

Heute kommt Stadlau. Willkommen! Letzte Heimpartie vor Ostern und wir Mopeds haben unsere Eier als Kinder oft und gern in Stadlau gesucht. Weil es dort schon so schön marchfeldig flach ist, dass selbst wir die Nester gefunden haben. Manchmal ist die Flat-Earth Bewegung ja doch für was gut.

Außerdem hatte Ostern etwas sehr Versöhnliches. Schließlich wurden wir am Gründonnerstag davor noch scharf gerügt, wenn wir Spinat, Erdäpfel und Spiegelei aus Elternsicht unappetitlich zergatscht haben. Heute nennt man das Smoothie.

Und dann noch der Karfreitag. Dank der Regierung können wir uns jetzt irgendwann einen „persönlichen Feiertag“ nehmen und uns damit aussuchen, wann Jesus gekreuzigt wurde. Aber damals war das anders.

Aber am Ostersonntag endlich brachte uns ein süßer Hase bunte Eier. Marketingtechnisch ein souveräner Schachzug der katholischen Kirche, denn man stelle sich vor, ein zerrupftes Hendl brächte bemalte Hasenembryonen als Symbol der Auferstehung.

Mit der Auferstehung selbst plagt sich lediglich die heimische Gewerkschaft (heute liebevoll „Beidl-Bande“ genannt). Keine Frage, arbeitnehmerfreundlich war Jesus nicht gerade. Ein Feiertag an einem Sonntag! Ein fleißiger und anständiger Kulturchrist würde an einem Wochentag auferstehen.

Ebenso, wie ein anständiger Gastgeber seinem Gast anlassgemäß auch ein paar Eier legt. Und damit wären wir auch schon auf dem Punkt. Oder auf drei Punkten.

Come on, Sportclub!