Der Hippolytische Eid

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 10.04.2015 | Heimspiel gegen SKN St. Pölten Juniors

Heute kommt St. Pölten. Genauer die Juniors – die „Fohlen“, wie uns aus dem offenbar standardisierten Lexikon für humorige Synonyme im österreichischen Sportjournalismus nimmermüd zitiert wird. Und die Übersetzung des namensgebenden Kirchenvaters Hippolyt bedeutet auch sinnstiftend „Pferdebefreier“.

Ob der Heilige Kirchenvater und Gegenbischof Hippolyt aber auch einer war, mit dem man Pferde stehlen konnte, wollen wir bezweifeln. Herrschsüchtig soll er gewesen sein, unerbittlich seinen Widersachern gegenüber und dem konservativen Flügel seiner Gemeinschaft hat er angehört. Da zeigt sich die Job-Description für blaugelbe Landesvaterschaft in den letzten beiden Millennien in einem erfreulich stabilen Verhältnis.

St. Hippolyt gilt darüber hinaus als der Schutzpatron der Gefängniswärter. Begrüßenswert, dass jene, die auf jene aufpassen, die den Hypo-Skandal mit verursacht haben, auf den Hippo-Schutzschirm zählen können. Auf ihn können aber auch jene bauen, die auf den aufpassen, der ihnen weiland als Innenminister das Gefängnis gebaut hat. Die Geschichte hatte zwar einen Pferdefuß, doch trotzdem war das Arbeitsplatz- und Wohnraum-Beschaffung in Projekt- und Personalunion. Da kann sich das rote Hernals noch was abschauen.

Der Heilige Hippolyt ist übrigens auch einer, den man bei Körperschwäche anruft. Wir hoffen innig, er hebt ab, wenn unsere Dornbacher das tun und es gibt den passenden Support aus seinem Call-Center. Sonst deutet der Weg langsam Richtung Keller – und da bringen uns keine zehn Pferde hin. Darauf schwören wir den Hippolytischen Eid.

Come on, Sportklub!