Gefährlicher Leiberltausch

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Cup-Spiel vom 22.09.2015 gegen Altach und Heimspiel vom 25.09.2015 gegen Admira Juniors.

Die stadtbekannte Szene-Größe war letztens auf ihrem ersten Sportklub-Match. Na endlich. Grundsätzlich völlig unbedarft, was den Kick und sowieso den regional betriebenen betrifft, frug sie im Vorfeld artig, was denn da so zu singen, zu tun, zu lassen, zu essen, zu trinken, zu tragen sei. Das ist schon einmal die richtige Einstellung, sich fundamental gewappnet einer Premiere zu nähern.

Grundsätzlich war die Debütantin beruhigt, dass sie sich nicht extra eine Ball-Frisur aufzusetzen hatte. Es musste auch kein eigenes schwarzweißes Kultur-Kolloquium abgehalten werden, denn die gesellschaftlichen Konventionen am Sportclubplatz sind schnell erklärt: Die Gegnerischen werden ausschließlich auf dem Feld geschlagen, das Bier trinkt man für den guten Zweck und das Klatschen gilt als emotionale Ausdrucksform, die in keiner Relation zum Geschehen auf dem Rasen stehen muss.

Lediglich auf die richtige Wahl der Garderobe mussten wir ein Augenmerk legen. Sind doch sonst die Musik-Kathedralen dieser Stadt die Home-Hood unserer Ballester-Elevin. Und ähneln sich die behavioristischen Stammesrituale bei den Volksvergnügungen Konzert und Kick sonst zum Verwechseln, unterscheiden sie sich in der Sparte Kostümierung fundamental. Gesetzlich ungeschrieben, jedoch bei Verachtung verpönt ist es fürs musikalische Volk, bei Live-Events die Dress genau jener Band zu tragen, die diesen Abend auch bestreitet. Es ist nachgerade ein kulturelles must, ein T-Shirt einer komplett anderen angesagten Gruppe anzuziehen, um damit Fachwissen zu bekunden.

Da sahen wir akuten Handlungsbedarf. Was nämlich, wenn unsere Begleitung im Selbstverständnis ihrer Sozialisierung auf dem Grey Carpet der Friedhofstribüne ein Rapid-Leiberl getragen hätte!

Hat sie aber nicht. Und die Unsrigen waren an diesem Abend Rock’n’Roll mit 3 Punkten.

Come on, Sportklub!