Hernals darf nicht Simmering werden

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 31.10.2014 | Heimspiel gegen Schwechat

Heute kommt Schwechat. Willkommen! Wir Kaiserebersdorfer Buben haben immer neidisch über die Grenze nach Schwechat gelinst. Schwechat hatte alles, was wir in Simmering nicht hatten. Und das war viel. Wir hatten ja nichts. Damals nach dem Krieg. Gegen Kapfenberg.

Entrische Auwälder, verruchte Nachtcafés, ein eigenes Freibad, mit der Schwechat darüber hinaus ein namensgebendes Gerinne und wasweißichnoch für andere Feuchtgebiete hatte uns die Nachbarstadt voraus. Schwechat war autarkes Gebiet mit eigenem Stadion, Theater, ja sogar einem Flughafen für gleich zwei Papstbesuche.

Entsprechend dort auch der erste Supermarkt überhaupt, der einen nach und für lange Nächte selbst am Wochenende mit dem Lebensnotwendigen versorgte: Bier, das nicht aus Schwechat stammte.

Schwechat hat allein mit Trude Mally, Birgit Denk oder Viktor Klima eine Promi-Dichte, wie wir sie im 11. Hieb nur in der Horizontale zu bieten haben – am Zentralfriedhof. Schwechat scheint also perfekt. Und da reden wir noch nicht einmal von der elektrischen Kegelbahn.

Diese materielle und kulturelle Überlegenheit ließ uns die Schwechater Jugend natürlich in aller Herablassung spüren. Wann immer wir illegal die Demarkationslinie überschritten, um zumindest für kurze Momente den Duft der weiten Welt zu schnuppern, schütteten die Schwechater Patrizier schon Spott und Hohn über uns und straften uns Wirtschaftsflüchtlinge mit Verachtung. Unser Migrationshintergrund war alleine schon durch unsere „Schwechater“-Dosen nicht zu verheimlichen.

Dabei waren gerade wir es, die das Schwechater Bier zum meist verkauften Dosenbier Österreichs machten – und die Braustädter reich. Wie so oft also lastete auch hier der Wohlstand der Hartherzigen auf den Lebern der Vorstadt.

Hernals darf nicht Simmering werden.
Come on, Sportklub!

 

Ein Gedanke zu „Hernals darf nicht Simmering werden“

  1. Hallo, tja die glorreichen Schwechater Zeiten sind längst vorbei , spätestens seit dem Finanz- Super GAU ums Multiversum bäckt unsere Gemeinde auch ganz kleine Brötchen … Was sich natürlich auch auf die SVS-Fußball auswirkt ! Mit der Gemeinde als Hauptsponsor muss seit Jahren ein Sparkurs gefahren werden und die Besten Kicker sind jedes Jahr nicht zu halten. So wurde unter Trainer Benes seit Jahren auf die Jungen aus dem Eigenbau gesetzt, und siehe da- Überraschenderweise wurde da eine reaktiv schlagkräftige Truppe geformt die auch heuer wieder( hoffe ich) die Klasse halten wird! Ziehts euch also warm an am Freitag liebe Alszeiler, wir kommen um mindestens 1 Punkt aus Dornbach zu entführen!! Liebe Grüsse aus der Braustadt, D.Denk

    P.s. Wieso wurde eigentlich der Jusits so schnell abserviert ??

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.