Ja zur Wehrpflicht ohne Waffen

MoperlherzUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub. Ausgabe vom 21.09.2012 | Heimspiel gegen SC Retz

 

 

Heute kommt Retz. Nicht aus Retz kommt Christiane Hörbiger. Sie ist lediglich Ehrenbürgerin dort, da sie im TV-Schlager „Julia – Eine ungewöhnliche Frau“ als Darstellerin der Retzer Bezirksrichterin Julia Laubach brilliert. Laubach heißt auch eine Stadt im bundesdeutschen Regierungsbezirk Gießen, wobei es in Retz gar nicht einmal so gerne gießt. Galt die Gemeinde im Weinviertel doch in den Nullerjahren als der niederschlagsärmste Ort Österreichs. Verdammt, soll’s in Retz etwa keine Unwetter geben? Nix da.

Die Republik braucht Unwetter wie einen Bissen Brot, das österreichische Bundesheer erst recht. Besagte Niederschlagsattacken bilden doch die Grundlage jeglicher Argumentation für den im Moment so heftig diskutierten Verein. Bekanntlich soll dieser in Zukunft ein wenig umgekrempelt werden. Am Beginn des kommenden Jahres fragt man uns Ösis, ob wir die Wehrpflicht beibehalten wollen oder wir nicht doch lieber ein Berufsheer hätten. Na gut, Volk fragen geht klar.

Die politisch Verantwortlichen gehen die Sache recht vintage an und setzen auf die bewährte Ausgangslage Rot-gegen-Schwarz. Die Volkspartei hat sich – wohlgemerkt ziemlich sponti – für die Beibehaltung entschieden, die Sozis spielen die Berufsheerfans. So weit, so überaschend. Einig scheint man sich, dass das Bundesheer für Katastrophenhilfe recht gut gebraucht werden kann. Stimmt.

Was uns Jausengegner allerdings ein bisserl Fragezeichen im Kopf bereitet: Wozu braucht man zum Katastrophenhelfen eigentlich Waffen? Ein sicheres Europa, na gut. Aber der Winzling Österreich da mittendrin – der braucht auch sein eigenes Heer? Wenn Österreich wirklich einen Individualangriff zu befürchten hätte, dann wollen wir doch bitte nicht ausschließen, dass die bösen Kräfte von außen sich zukünftig vielleicht auf noch kleinere Einheiten stürzen. Dornbach? Döbling? Oder gar Retz?

Obwohl: Retz wird sich schon verteidigen müssen. Ein bisserl zumindest. Heute eben. Hoffentlich. Come on, Sportklub!

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