Live is life

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 24.04.2015 | Heimspiel gegen Stegersbach

Heute kommt Stegersbach. Willkommen! Den Investigativen unter den Sportklubfans ist freilich bekannt, dass die relativ kleine, sympathische Marktgemeinde im Südburgenland stolzbrüstig auf Artisten, Tiere und Attraktionen verweisen kann, welche sich unsereins nicht einmal vom Christkind zu wünschen getraute.

Der Stremtaler per se liebt Tiere. Bedingungslos, ob natur oder gesurt. Hauptsache aber: Herausgebacken. Der Fisch zu Weihnachten, das Schwein am Sonntag und der Hase zu Ostern nach getaner Arbeit. Paniert regiert. Lediglich ein übel gestreutes Gerücht ist es allerdings, dass die gute Stegersbacherin auch ihre vorzüglichen Kardinalschnitten vor dem Schub ins Backrohr noch sicherheitshalber in Mehl, Ei und Brösel wende.

Von den zahlreichen Attraktionen muss man sich nach einem Ausflug in die Golf-Region durchaus erholen. Das gastfreundliche Stegersbach ist regelmäßig Quartiergeber für Trainingslager namhafter Spitzenklubs. Es verfügt über eine von Gottfried Kumpf erdachte, von der Gemeinde gebaute und später um einen Spottpreis an einen Privaten verkaufte Therme. Und als ehemaliges Ziel 1 Gebiet trumpft Stegersbach natürlich mit entsprechender sozioökonomischer Infrastruktur auf: Kreisverkehre. Schätzungsweise einer pro Einwohnerin. Dabei sind da die Männer noch gar nicht mitgemeint.

Die edle Zier der Menschen aus Stegersbach ist ihre Bescheidenheit. Wer weiß denn schon, dass die Eroberung der musikalischen Stadionwelt durch die Band Opus in Walter Bachkönigs elterlicher Garage in Stegersbach begonnen hatte? Bachkönig gründete die Band, gab ihr den Namen, organisierte die ersten Auftritte in Stegersbach und: Verließ die Band rechtzeitig vor ihrem großen Welthit … Live is life.

Liebe Stegersbacher, wir ersuchen also auch heute um Eure ureigene noble Zurückhaltung.

Come on, Sportklub!