Montenegro in schwarzweiß

wsk1Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiel vom 23.10.2015 gegen Ebreichsdorf

Heute kommt Ebreichsdorf. Willkommen! Als die Friedhofstribüne am 9. Oktober gerade wegen des verlorenen Heimspiels gegen Horn leise ins Bier weinte, machten wir uns gerade auf den Weg ins Stadion von Podgorica. Österreich sollte die letzte Chance auf eine EM-Beteiligung Montenegros vereiteln und für sich selbst den Deckel auf den Auslosungstopf 2 setzen.

Ein bisserl mulmig war uns schon. Ziemlich viele ziemlich schwer gepanzerten Polizisten vor dem Oval. Da die sich aber dann per Bussi-liks-Bussi-rechts begrüßten und uns Austro-Hooligans auch noch freundlich durch eigentlich geschlossene Schleusen lotsten, durften wir wieder einmal unsere Vorurteile hinterfragen. Die sympathische Gastreundlichkeit der Montenegriner setzte sich auch direkt am Eingang fort. Den Fans wurden gefährliche Gegenstände abgenommen: Feuerwerkskörper, zu lange Fahnenstangen – und uns auch ein Feuerzeug, das wir mit hatten. Und recht hatten sie. Es war schließlich ein Hans Niessl-Feuerzeug aus dem letzten Wahlkampf.

Als dann ¨Das Team¨, wie die Österreicher respektvoll in den Medien bezeichnet wurden, Montenegro mit 2:3 niedergekämpft hatte, sollten wir Auswärtsgäste noch 20 Minuten im Sektor bleiben, und da passierte Ungeahntes: Die österreichische Elf wurde zum Auslaufen aufs Feld geschickt, während die Montenegro-Fans noch auf ihren Plätzen waren. Und was machen die? Sie applaudieren just jenen, die sie gerade aus den EM-Träumen geschossen hatten. Die Ösi-Fans hören das wohl und machen was? Sie stimmen ¨Montenegro!¨ Sprechchöre an. Was war denn das bitte? Wir wollten dem nachgehen.

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Wie so oft wurden wir auf dem Klo fündig, dort fanden wir nämlich einen Friedhofstribüne-Sticker. Podgorica war also mit dem Geist unserer Leibtribüne bereits infiziert. Schwarz-weiße MissionarInnen hatten hier schon erfolgreiche Arbeit geleistet. Wir lachten die Nacht lang laut in unser Bier.

Das wollen wir heute auch. Come on, Sportklub!