Rausch ohne Hangover

Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sport-Club: Heimspiel am 11.10.19 gegen Neusiedl

Heute kommt Neusiedl. Willkommen! Jetzt ist es amtlich: Der alkoholbedingte Kater ist eine Krankheit. Das hat vor wenigen Tagen das Oberlandesgericht Frankfurt festgestellt.

Ein Verein klagte da gegen den Hersteller eines der in letzter Zeit gehäuft auf den Markt kommenden “Anti-Hangover-Drinks”. Dahinter steckt, dass “Nahrungsergänzungsprodukte” – auch in Österreich – nicht als “Behandlungsmittel” beworben werden dürfen. Genau das trifft aber zu, wenn der Kater eine Krankheit ist. Was er jetzt offiziell ist, wobei sich das Gericht beeilte zu informieren, dass die Entscheidung auf eine etwaige Krankschreibung bezüglich eines Alkohol-Katers keinerlei Einfluss habe.

Nüchtern betrachtet, erscheinen solcherart juristische Schmankerln groovy wie das Vorwort der Apothekerzeitung, aber lesen Sie sich den oberen Absatz einmal nach einem Sportclub-Heimspiel durch.

Was wir hingegen aus der Erkenntnis, dass der Kater eine Krankheit ist, lernen können, ist durchaus bemerkenswert und folgenschwer:

  • Der landläufige Stehsatz “Wer saufen kann, kann auch krank sein.”, erfährt eindrucksvolle Bestätigung.
  • Eine städtische Labestation mit Glühwein heißt künftig nicht mehr Punschhütte, sondern Krankenstand.
  • Was auf Maturareisen, der Wiener Wiesn und Ibiza passiert, ist für alle Beteiligten, Betroffenen und Angehörigen sehr ungesund.

Der Rausch, in den sich der Sportclub in letzter Zeit gespielt hat, fällt übrigens ebenfalls nicht unters Betäubungsmittelgesetz. Auch das ist amtlich – soll aber niemand sagen, die Richtung stimmt.

Come on, Sportclub!