Schnaps fürs System!

Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sport-Club: Heimspiel am 03.05.19 gegen Parndorf

Letztens, beim Bist-du-deppert-Heimsieg gegen Ebreichsdorf feuerte auch eine Gruppe von Bewohnern der “Zweiten Gruft” der Caritas das schwarzweiße Winner-Team an. Woran sie zu erkennen waren? Dass sie bei Standards der Dornbacher nicht mit dem Schlüssel klingelten. Weil warum: Diese sogenannten “nicht anspruchsberechtigten” Obdachlosen haben keine Schlüssel. Und kein Zuhause, keine fixe Anstellung, keine Bankomatkarte, keine Krankenversicherung, keinen Pensionsanspruch, kein soziales Netz, das sie auffängt, keine Familie, die das übernimmt, keine Notstandshilfe. Und neuerdings bekommen sie statt keiner Mindestsicherung keine Sozialhilfe.

Und was machen die dann den ganzen Tag? Diskonter-Semmeln kaufen, Wuzeltabak kaufen, Handy-Wertkarten kaufen, Inkasso-Gebühren zahlen, Schwarzfahrstrafenraten begleichen, Bier kaufen, Spitalsraten begleichen, Wein kaufen, Schnaps kaufen. Also Gebühren, Abgaben und Steuern zahlen. “Ins System einzahlen”. Die einzigen, die das nicht machen, sind Babys und Kleinkinder. Die kaufen und zahlen nix, haben noch nie ins System eingezahlt. Nur logisch von der Bundesregierung, dass die ab jetzt endlich viel weniger kriegen. Um sie “nicht in Abhängigkeit zu halten”.

Wie soll man sonst öffentliche Amtsträger finanzieren, die sich an Lyrik über Nagetiere versuchen dürfen, die selbst der Bundespräsident öffentlich bespricht? Kulturnation Österreich.

Und was machen die Dornbacher? Hegen eine naive Willkommenskultur gegenüber Obdachlosen, und lassen solche rein, die bei Standards nicht einmal ihre Schlüssel zücken. Und die Friedhofstribüne klatscht wahrscheinlich noch dazu.

Come on, Sportclub!