Schlagwort-Archive: Fußball#

Bist Sportklub oder Vienna?

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 27.03.2015 | Heimspiel gegen First Vienna FC 1894

Welcome to the Dörby of Love!
Heute stellen sich unter dem heiligen Himmelszelt bei der einzig wahren Massen-Messe mit Heilungspotenzial wohl nur die zwei wirklich relevanten Fragen der heutigen Zeit:
Was macht der Kanzler eigentlich beruflich?
UND: Bist Sportklub oder Vienna?

Wir Mopeds knattern nicht nur im Zweitakt, sondern es schlagen auch zwei Herzen in zwei Brüsten. Jetzt, wem kannst du in diesem Land diese tiefenreligiösen Fragen stellen und auch noch hoffen, eine vernünftige Antwort zu erhalten? Gut, du kannst auf Erlösung per amtlicher Eingabe hoffen, aber: ******** – Amtsgeheimnis!

Oder du wendest dich an die nächst höhere Instanz und gehst zur Raiffeisen, aber: ******** – Bankgeheimnis!
Darum macht es uns mächtig stolz, hier exklusiv den ultimativen Super-Jackson-Bist-Sportklub-oder-Vienna-Check zu präsentieren, der zumindest die eine der zwei letzten großen Fragen der Menschheit in aller Unbestechlichkeit und Klarheit beantwortet:

Welcher der beiden Vereine verfügt über
– die größere Tradition?
– das geilste Stadion der Stadt?
– die noch höheren Schulden?
– die legendäreren Legenden?
– the most sexiest Team alive?
– die Fans mit der größten Leidensfähigkeit?
– die längeren Schlangen vor dem Zapfhahn?
– die größere Partybility nach Niederlagen?
– den roarigsten Roar?
– die größte Fankultur, in der für Chauvinismus, Rassismus, Homophobie, Sexismus und andere Spezialitäten aus der alpinen Grauslichkeiten-Greißlerei der ganz, ganz lange Varoufakis-Finger dauerreserviert ist?

So, jetzt liegt die Antwort wohl auf der Hand auf’m Herz!
Und die Kanzler-Frage löst sich auf diesem Weg vielleicht auch – aber das ist eine andere Liga.

Love, Peace and Dörbyness!


PS.: Und ja, wir schreiben auch für die Vienna. Gerne sogar. Die gleichnamige erste Kolumne zum Frühjahrsauftakt findet sich hier. So muss Dörby!

 

14 Bummerln für Roma

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 15.08.2014 | Freundschaftsspiel gegen AS Roma

Heute kommt Roma. Nach dem die Schwarz-Weißen gegen Juventus 7:0 gewonnen haben (1958, heim) und AS Roma gegen die Alte Dame 1:7 verloren hat (1932, auswärts), wird das sportliche Ergebnis wohl eher Nebensache sein (14:1, Schätzung).

Gelegenheit, uns einer Anekdote unserer schillernden Fußballkariere zu erinnern. Als sportbegeisterte Simmeringer Buben spielten wir damals klarer Weise bei Ostbahn XI. Meistens Schnapsen in der Kantine. Ein Leiberl hätten wir ohnehin nie gehabt – was sich im Endeffekt aber als Vorteil erwiesen hat.

Als nämlich Herbert Prohaska 1980 von Austria Wien zunächst nach Mailand und dann zum AS Roma wechselte, wurde eine Klausel schlagend, die die geschickten Ostbahner damals in den Verkaufsvertrag von Prohaska zur Austria 1972 miteingebaut hatten. Sollte Schneckerl jemals ins Ausland verkauft werden, steht Ostbahn noch einmal 1 Million Schilling zu. Das war in Schilling umgerechnet 1 Million, also sehr viel Geld, damit konnte man beim kleinen Wiener Ligaverein strukturell viel bewegen, reorganisieren und in die Jugendförderung investieren.

Gesagt, getan und schon eineinhalb Monate später stand der neueste Space Invadors-Automat auf dem Vereinsgelände, um den herum eine neue Kantine mit allem Komfort gebaut wurde. Wir spielten darin die komfortabelsten Schnapser aller Zeiten und mit der Zeit gesellten sich auch alle anderen Spieler zu uns. Die Klausel dürfte nämlich auch besagt haben, dass für die Million keinesfalls Fußbälle, Dressen oder dem Fußball verwandte Dinge angeschafft werden durften. Und als Simmeringer Ehrenleute hat man sich strikt daran gehalten. Dafür aber wurde ein Ölgemälde des berühmten Sohnes angefertigt, am zentralen Punkt des Vereins aufgehängt – in der Kantine über dem Space Invadors-Automaten – und wir huldigten Schneckerl zwischen jedem Bummerl. Grazie Roma!

Come on, Sportclub!

Gott lebt in Hütteldorf und macht Österreich zum Weltmeister

Gott lebt in Hütteldorf und macht Österreich zum Weltmeister

Himmlisch! Der SK Rapid wird in seinem neuen Stadion über eine eigene Kapelle verfügen. Und wir dachten schon, “St. Hanappi” sei Geschichte. So kann die grün-weiße Gemeinde direkt in Hütteldorf heiraten und auch ihre Kinder taufen lassen. Eine schöne Entwicklung: die Verschmelzung von Kirche und Fußball … weiterlesen auf vienna.at

Eurovision Song Contest 2015 in Dornbach

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 16.05.2014 | Heimspiel gegen ATSV Ober-Grafendorf

Heute kommt Ober-Grafendorf. Und nächstes Jahr der Eurovision Song Contest? Seit letzten Samstag, dem herzerfrischenden Sieg von Conchita Wurst, hat der ORF, hat Wien ein Problem: Wo soll der Wettbewerb 2015 ausgetragen werden?

Hat ja auch niemand ahnen können, dass der Underdog, der Außenseiter groß abräumt. Aber mit dieser Art Rollenbewusstsein ist man in Dornbach längst per du! Daher unsere klare Forderung: Der Song Contest 2015 muss am Sportclubplatz ausgetragen werden. Gewiss, es müssten manche Adaptionen vorgenommen werden, um solch ein Mega-Event hier am Platz auf die Beine zu stellen. Das Clublokal Flag sollte zur Sicherheit einen Karton Prosecco kaltstellen (eventuell einen zweiten in Reserve). Ja, und wir sagen’s gerne noch einmal, dass es gerade für diese Art Veranstaltung notwendig wäre, den einen Lautsprecher auf der Friedhofstribüne zu reparieren – nur wegen der Akustik. Letztlich, um nicht gar so vom Wetter abhängig zu sein, sollte der Sportclubplatz aber auch überdacht werden, wobei auf die Bedürfnisse der Friedhofstribüne unbedingt Rücksicht genommen werden müsste, in dem gerade dort die Überdachung für den Meisterschaftsbetrieb wieder abmontiert werden kann. Aber sonst sollte das alles so passen. Freilich hätten wir auch nichts dagegen, wenn diese Arbeiten nicht ausschließlich ehrenamtlich passieren müssten, sondern die Stadt Wien das Stadion einfach renoviert und eurovisionsfit macht.

Ernst Kuzorra war übrigens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wohl der wichtigste Spieler auf Schalke. Gefragt, ob künftig Fußballstadien nicht auch nach Frauen benannt werden sollten, hatte dann der deutsche Bundespräsident Johannes Rau geantwortet: „Und wie soll das dann heißen? ‚Dem-Ernst-Kuzorra-seine-Frau-ihr-Stadion‘?“ Auch diesbezüglich wäre in Dornbach alles viel einfacher und der neue Name liegt auf der Hand: Wurstclubplatz!

Geht das bitte? Kann ja nicht so schwer sein, und wir erlauben uns, diese Frage an den Volker Piesczek seine Frau ihr Büro weiterzuleiten.

Come on, Wurstclub!
Come on, Sportklub!