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Wir lassen uns sicher nicht papierln!

Unsere aktuelle Kolumne fotosafari auf kabarett.at.

So, jetzt haben wir für heuer unsere staatsbürgerliche Pflicht getan. Also 50% von uns – aber wer hätte vor kurzem noch gedacht, dass das gesamte Land wirklich Ernst macht mit Halbe-Halbe: Die eine Hälfte geht wählen, die andere liest derweil im Dichand’schen Demenz-Diary nach, wie sexy und wertvoll ihre eigene Demokratieverweigerung ist.

Jedenfalls können wir uns jetzt wieder den (noch) lustigeren Dingen des Lebens widmen. Z.B. jener Frau, welche unlängst ihren eigenen blunzenfetten Ehemann auf der Autobahn ausgesetzt hat, weil es ihr schlicht gereicht hat. Unserem Gusto nach sollten künftig ohnehin statt armer Hunderln und Haserln vermehrt innere Schweinehunde und postalkoholische Kater dort ihr Ausgedinge finden.

Hoch im Komoik-Kurs auch immer noch jene taghellen und mutigen US Bürger, die gegen eine zumindest halbwegs flächendeckende, solidarische Gesundheitsversorgung Demonstrationen organisieren und sogar Verfassungsklagen dagegen einbringen, dass Menschen zum Arzt gehen können – Recht so!

Moralisch kann das freilich nur bei uns in Österreich getoppt werden.
Nämlich von Salzburg und Rapid, wie wir hören. Beiden – auf ihr Scouting besonders stolzen – Klubs wurde nämlich weiland ein völlig unbrauchbarer Ballesterer namens Ivica Olic angeboten. Wie viele Türen schösse (im Sinne von: schießerte) der 3fache Torschütze des Champions-League Halbfinales schließlich gegen ADEG-Bundesliga-Gegner – DAS ist Solidarität mit den Mitbewerbern!

Und apropos Weltfußball:
Haben Sie schon alle 640 beisammen?

Als Kinder gefragt, was wir Moped-Brüder einmal werden wollten, schossen wir wie aus der Pez-Pistole: Panini-Pickerl!

Ja! Wir wollten schon als Kinder gesammelt, begehrt und gekauft werden!
So, wie wir das mit unseren Idolen getan haben.

Nicht von irgendwo besteht der gesamte Moped’sche Familiennachlass & -stolz aus den vollständig geklebten Alben 1978, 1982 und 2006. Dass Mama Moped unser ebenso volles Album aus ’74 versetzt hat, liegt leider an ihrem damals lockeren Verhältnis zum Thema Stoffwechsel (am Wiener Karlsplatz).

Wenn wir uns nun aber anschauen, was aus unseren einstigen Vorbildern geworden ist, wissen wir genau, warum wir uns letztendlich doch nie papierln haben lassen!

Die Reihe der unaufhaltsamen Abstiege einst ganz Großer ist Legion!
Da wäre zu nächst der unvergessliche Maradona!

Noch bevor der solchermaßen Heruntergekommene letztes Jahr den Unterhalt seiner Familie mit den „oral skills“ seiner Kritiker verdienen musste, schreckte er nicht zurück, in den 80ern des letzten Jahrhunderts seinen kleinen Bruder Hugo nach Österreich zu verkaufen – wir hoffen nur, dass Hugo kein Thema für Waltraud Klasnic wird!
Oder aber Andreas Ivanschitz

Der liebe, begabte Bub, dessen Karriere per Kapitänsernennung im Kindesalter von Johann K. eigenhändig kaputt gemacht wurde, hat es geschafft, von Athen bis Mainz zu bleiben, was er immer war: Ein Burgenländer.

Und nicht einmal das kann von diesem Mann behauptet werden:

Hüllen wir überall dort den Mantel des Schweigens darüber, wo er es nie schaffen wird!

Viel schlimmer aber noch hat es internationale Stars erwischt! Hier zum Beispiel Bernd Krauss:

In seinem ersten Spiel für Österreich (gegen Deutschland) schoss der ehemalige Deutsche prompt ein Tor – ein Eigentor. Aller Logik folgend wurde Herr Krauss nach getaner Arbeit wieder Deutscher …

Bedauernswerter fast nur diese Hero des runden Leders!

Auch dem montenegrinischen Ausnahmekicker, mehrfachen italienische Meister, zweifachen Champions-League-Sieger und Weltcup-Gewinner blieb ein grausames Schicksal nicht erspart: Er wurde am Ende seiner Karriere Rapidler!

Einzig dieser Mann aus der unvergesslichen Córdoba-Generation lässt damals wie heute unsere patriotischen Brüste schwellen, unsere Herzen großglocknerhoch schlagen – Sie ahnen, von wem die Rede ist!

Richtig! Josef „Sepp“ Stering – jener begnadete und international verehrte Kicker aus Pichling bei Köflach, dem als weltweit einzigen die Ehre zuteil wurde, ausgerechnet von Bonos Elitetruppe U2 einen Song gewidmet zu bekommen!
Wer erinnert sich nicht an den Megahit aus dem U2-Album „Hasta La Vista Baby!“:

Stering At The Sun!

Hören Sie sich das an und träumen Sie im Format 3:2!