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Mei potschertes K.

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 23.08.2013 | Heimspiel gegen SV Neuberg

Heute kommt Neuberg – Nova Gora. Nach 10 Jahren wieder. Herzlich willkommen – Dobro došli!
Die Away-Fraktion des Sportklub war damlas ob des Abstiegs 2004 sehr traurig. Gut, Uhudler gibt’s im ordentlichen Supermarkt, aber die selbergemachte Mehlspeise? Als Unterlage. Ohne ordentliche Unterlage ertränkt sich die Niederlage viel schwieriger. Niederlagen ordentlich und aufrecht zu ertragen, will beherrscht werden als Teil gehaltvollen Menschseins. Gehaltvoll unbeherrscht, jedenfalls aber Mensch ist der eine ganz berühmte Erdling von Neuberg. Sein Schlachtruf nach der sehr großen Niederlage ist ihm so geschrieben worden:

Ob i wü oda ned, manchmoi denk i an früher,
und i siech durch an Schleier von Tränen, wo i amoi woa.
Jeder Tram der vergeht, reißt ganz afoch da Füm o
und imma woch i auf und i steh vor mein potscherten Leben

I hob valuan, wie nur ana verliern kann, der a Herz statt an Hirn hat,
aber i genier mi ned, i hob euch alles gebn.
I hob valuan, hab erlebt wie ma fliegn kann, wenn ma Freundschaft mit Bledheit verwechselt
und des war mei Lebn, mei potschertes Lebn.

Und i bleib wie i bin, wüst mei Hemad dann nimm` das
und moch da kane Sorgen ob i gfria,  i werds übalebn …

Hansi Orsolics. Quasi Europacupsieger des Faustkampfs – aus Neuberg.
Ikone des einen großen Sieges. Der Niederlage. Des Umfallens. Des sich Derrappelns. Des Aufstehens.  Des sich Abputzens. Des sich in den Spiegel schauen Könnens. Der Wertschätzung für den Anderen.

Wir Gebrüder Moped durften ihn vor manchen Jahren interviewen. Worüber, haben wir vergessen, weil wir uns ordentlich betrunken haben.
Aber es ging sicher um den großen Sieg, Niederlagen, das Umfallen, das sich Derrappeln, das Aufstehen, das sich Abputzen, das sich in den Spiegel schauen Können und die Wertschätzung für den Anderen.

Come on, Sportklub!