Volksfront von Judäa oder Judäische Volksfront?

wsk1Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiel vom 15.04.2016 gegen Neusiedl am See 

Heute kommt Neusiedl / Niuzalj / Nezsider. Willkommen! / Dobro došli! / Szeretettel üdvözöljük! (Die Neusiedl-Fans im Schulalter lesen diese Zeile bitte ja nicht in der Pause.)

Das Dörby vor zwei Wochen. So schön, so grausam. 7.800 ZuschauerInnen, 10 Tausende vorm Fernschauer oder Stream, 0:2 Goals, 0 Punkte – 1.000 Rosen. Weil trotzdem ein großartiger Fußballabend, der wieder gezeigt hat, wie Kick & Fans atmosphärisch auch anders können als anderswo. Gratulation der Vienna.

Aber auch: Ein paar schwarzweiße Besorgte. Das “Derby of Love” würde zur Abzocke verkommen. Zu viele “Derby-Touristen” verstellten den echten, den autochthonen, den wahren Fans den Platz an der Sonne. Und recht haben sie.

Wegen Offenheit geschlossen
Wo kämen wir hin, wenn sich plötzlich ein Jeder herausnehmen könnte, einfach auf den Sportclubplatz zu gehen. Eine Kultur, die WIR uns damals aufgebaut haben. Uns hat auch keiner dabei geholfen, eine Fankultur zu errichten, in der sich Frauen wohlfühlen können, gezeichnet vom Respekt vor dem Gegner und der bedingungslosen Unterstützung der eigenen Mannschaft – eine Kultur, die mit Veranstaltungen, Aktivitäten und grundsätzlicher Haltung über den Fußball hinaus positiv in die Gesellschaft wirken will. Aber wenn jetzt welche glauben, einfach auf diesen netten Zug aufzuspringen, sich gar langsam das über Jahrzehnte Vorgelebte nun auch zum Vorbild nehmen zu können – gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zum Trittbrettfahren.

Freie Sicht für freie Bürger
Reicht doch, wenn Ihr uns in den 80ern die Tennisplätze und in den 90ern sogar die Golfplätze weggenommen habt. Müsst Ihr nicht jetzt auch noch unser Tribünen-Cabrio kapern!

Bleibt gefälligst bei jenen Ungutmenschen, die Euch erzählen, dass z.B. in der Pause alle Deutsch reden sollen. Und nehmt Euch ja kein Beispiel an uns. Wir haben lieber weiter freie Sicht zum Tellerrand – und für immer recht.

Come on, Sportklub! (Aber nicht in der Pause!)