Wäu’s ned erlaubt is!

Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sport-Club: Heimspiel am 13.09.19 gegen Stripfing

Heute kommt Stripfing. Willkommen! Wir haben nachgeschaut: Stripfing zählt 274 Einwohner. Würden alle Stripfingerinnen und ihre mitgemeinten Stripfinger heute auf den Sportclubplatz kommen, müssten sie das dann gleichzeitig noch siebenundzwanzigeinhalb Mal tun, dann wäre das Stadion auch schon voll. Und kein einziger Sportclubfan hätte mehr Platz.

Da würden wir schön schauen. Denn gerade die Septemberspiele legen sich zuverlässig als sanfter Trost über die Trostlosigkeit jedes sterbenden Sommers. Wer das am Freitag den 13. September noch immer nicht verstanden hat, dem trommeln die Dornen bewehrten Kastanien die Nachricht von der Ankunft des neuen Hausherren Herbst unüberspürbar auf den naiven Schädel.

Aber auch der Schulanfang bläst uns heuer den Marsch des neuen Stils. Endlich herrscht in der Volksschule wieder Recht und Ordnung. Die Kinder erhalten wieder das wohlverdiente Recht, auch im einstelligen Alter sitzenbleiben zu dürfen. Und die Ordnung ist wieder in Ziffern messbar. Wem das für Grundschulen nicht genügend scheint, dem werden künftig verbotene Kopftücher aus dem alten Hut gezaubert.

Denn Politikerentscheidungen sind Tatsachenentscheidungen. Neue Wege, neue Regeln. Wie eh auch im Fußball seit diesem Sommer. Beim Cupspiel gegen Dornbirn im Juli (Ergebnis der Redaktion bekannt) entspann sich bei großer Hitze und einer Spielunterbrechung ein epischer Dialog zwischen Schiedsrichterassistent und Sportclubspieler, der einem Kollegen eine Trinkflasche zwecks Abkühlung zuwarf.
Assistent: Ned werfen!
Sportclubspieler: Warum?
Assistent: Wäu’s ned erlaubt is!

Wir haben diese Regel im neuen Stil nirgends gefunden. Weiß wer was?

Come on, Sportclub!