Wien ist anders

wsk1Unsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiel vom 26.08.2016 gegen Mannsdorf

Heute kommt Mannsdorf. Willkommen zur Premiere in Wien! Wien ist anders. Diesen Slogan hat man uns lange Zeit so intensiv ins Gehirn gehämmert, bis wir ihn uns endlich gemerkt hatten. Jetzt gibt’s ihn nicht mehr, den Slogan. Aber er lebt. Als wir uns letzte Woche in den 13A Richtung Dornbach gesetzt haben, um uns unser Tragl gegen Neusiedl abzuholen, war alles normal. Sämtliche Mitreisende hatten ihr Wiener Wochenendvorfreudegesicht aufgesetzt: So ungrantig, wie das der Wiener halt kann.

Alles war ruhig, bis plötzlich ein lautes “Jetzt!” die Stille durchschnitt. Ein Fahrgast bedeutete damit einer Dame, dass sie jetzt aussteigen müsse, um an ihr Ziel zu kommen. Er habe sich beim selben Tipp eine Station vorher geirrt, aber Fehler dürfe man ja machen, oder? “Natürlich”, entgegnete die Dame vom Land. “Wenn Sie aber eine Station noch weiterfahren, sind Sie direkt bei der U-Bahn, falls Sie dort hinwollen.”, meinte dazu ein anderer Fahrgast. “Die Dame möchte aber zum 14A, da ist es eh hier näher.”, ergänzte ein Dritter. Darauf der Erste wieder zur Landfrau: “Sehen S’, wir Wiener sind gar nicht so bös, wie’s immer heißt!” “Außer, wenn man zu uns sagt, wir seien bös, da werden wir bös!”, grinste der Dritte. “Herzlichen Dank, das ist wirklich nett und gar nicht bös!”, so die Bundesländerin lächelnd. Ergänzte der Erste wieder: “Bös sind nur die, die den Hofer wählen, weil deswegen wählen sie ihn ja.” Der gesamte Bus verfiel plötzlich in ein Lächeln. Bis auf einen Mann – der schaute plötzlich bös.

Wien ist wirklich anders. Der Sportklub hoffentlich auch. Anders als die letzten Partien.

Come on, Sportklub!