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Dem Josef Kainz seine Frau ihre Tribüne

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Heimspiel vom 28.08.2015 gegen Oberwart.

Heute kommt Oberwart. Willkommen am Sportclubplatz! Dieser zeichnet sich ja dadurch aus, dass dort die Himmelsrichtungen neue Bezeichnungen erfahren haben. Heißen nämlich die Sektoren anderswo Nord-, Süd-, West- und Ost-Tribüne, sprechen wir in Dornbach von den Pendants „Friedhofstribüne“, „die Blaue“, „die Lange“ und „die Kainz“. Diese darf man erst seit kurzem sowohl wieder betreten, als auch nach Belieben verlassen. Deshalb sprechen wir in diesem Zusammenhang auch gern von der Ostöffnung.

Bei den Taufnamen der drei anderen ZuschauerInnenränge standen jeweils Lage oder Physiognomie Pate. Warum aber heißt es „die Kainz“? Sie liegt an der Kainzgasse. Dieses Gasserl ist das Zugangsjuwel zum Stadion und ist tausend schnelle Biere vor dem Betreten des Stadions alt. Namenspatron ist – Bescheidenheit ist Dornbachs Zier – nicht etwa der berühmte Schauspieler Josef Kainz, sondern der unberühmte Bezirksrat von Hernals im 19. Jahrhundert, Josef Kainz.

Der Ostrang nennt sich allerdings eben nicht „der Kainz“, sondern „die“. Wir haben uns schon einmal mit der Wortperle des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Rau beschäftigt. Gefragt, ob Stadien nicht auch nach Frauen benannt werden sollten, frug er „Und wie wollen wir das dann nennen? Dem Ernst Kuzorra seine Frau ihr Stadion?“

Genau das ist die andere Seite unserer Kainz-Medaille: Wir wissen wenig von Josef Kainz. Aber, dass er eine Frau hatte. Und „Dem Josef Kainz seine Frau ihre Tribüne“ ist schlicht zu lang. Deshalb: die Kainz. Die übrigens famos chillig ist.

Come on, Sportklub

Romy Schneider und Dosen-Pasta Asciutta

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Doppelausgabe vom 08.07.2015 (Freundschaftsspiel gegen Valencia) und 12.07.2015 (Freundschaftsspiel gegen Paris Saint Germain)

Heute kommt die große Welt nach Dornbach. Bienvenido, bienvenue! Als Kinder im Kaiserebersdorfer Gemeindebau träumten wir davon, es einmal weiter als bis Albern zu schaffen.

Paris! Zentrum der mondänen Kultur-Avantgarde. In Frankreich umrankte sogar Politiker die Aura der großen Poesie. Alleine der Staatspräsident: Valéry Giscard d’Estaing! Nur der Name gereichte schon als Gesamt-Libretto für ein ganzes Album von Gilbert Bécaud. Giscard d’Estaing trat nicht vor Kameras – er erschien! Und niemand hätte es gewundert, wäre plötzlich Romy Schneider an seiner Seite gestanden, weil Claude Chabrol es so inszeniert sehen wollte. Unser Staatsoberhaupt hingegen: Bezirksvorsteher Otto Mraz. Ein Name wie der Fluch eines Wiener Taxlers und eine Ausstrahlung wie die eines Simmeringer Bezirksvorstehers.

Und wir träumten vom großen weiten Meer! Valencia! Costa del Azahar! Mit dem Finger auf der Landkarte des Unterstufenatlanten barsten wir vor Sehnsucht nach einer Anti-Bibionischen See. Tiefes, echtes Meer, das nach Pinien und Safran, nicht nach in Tiroler Nussöl marinierter Dosen-Pasta Asciutta roch.

Wir träumten. Von der Freiheit. Nichts besessen, um so eine Reise zu bezahlen und besessen von der Idee, stiegen wir in den Bus der Linie 72A. Niemand sonst im Bus, außer wir und der Fahrer. Wir schwärmten ihm vor. Er solle sein Leben ändern (wenn schon nicht seine Fahrweise). Auch er solle seinen Traum verwirklichen. Schon Niki Lauda hatte damals am Lebensentwurf gezweifelt, immer im Kreis zu fahren. Freiheit, Monsieur le Conducteur! Bleiben wir diesmal nicht am Zentralfriedhof stehen. Fahren wir weiter! Nach Paris! Stadt der Liebe! Über den Westen der Stadt in die Freiheit! Den Zwängen endlich entfliehen!

Und er tat es! Fuhr mit uns über das Krematorium hinaus in die Freiheit! Und endlich auf dem großen Boulevard baten wir ihn stehenzubleiben. Wir hatten unser Ziel erreicht.
Dornbach, Hernalser Hauptstraße, Ecke Kainzgasse.

Come on, Sportklub!

 

1, 2 oder 3

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 22.05.2015 | Heimspiel gegen Rapid Amateure

Heute kommt die Rapid. Willkommen! Dieser Kolumne wurde die Gnade der frühen Geburt zuteil. Wir hatten in ihrem Verfassungs-Rang (Freitag vor Donaufeld) noch keine Ahnung, ob der Sportklub heute

 

1) schon als fixe Haltestelle in der nächstjährigen Bim-Liga
2) immer noch als Teil des VOR-Fahrplans
3) im Stadion jetzt im Stadium ¨situationselastisch¨

aufläuft.

Wir sehen einander also heute in der Dornbacher Toleranz-Arena trotz oder wegen der Schlacht am Donaufeld, die entweder historisch traumatisches Amsel- oder sich vom Tabellenende abspaltendes Knittel- war. Wir verschwenden die letzten Hernalser Alkoholreserven, weil`s 1) a scho wurscht is 2) so schee is 3) bistudeppert spannend is. Jedenfalls verschütten wir einen guten Teil des Saftls, da wir wie geschüttelt unsere Schlüssel schütteln, um 1) endlich aus dem als schlechter Scherz verkleideten Traum aufzuwachen 2) dem Nachbarn zu bedeuten ¨Schau, super! Ich hab ihn nach der Siegesfeier wieder gefunden!¨ 3) ¨Pick eam an eine!¨ zu skandieren. Freilich wird auch der Schiedsrichter einiges für ein faires, sportliches Match tun können. Strittige Entscheidungen kommentiert der Fan von Welt gewohnt souverän und mit der Gelassenheit der geschulten Fachkraft 1) ¨Geh, Schiri!¨ 2) ¨Geh, Schiri!¨ 3) Geh, Schiri! Heast, Schiri!! Geh, Schiri, heast!!! Schiiiiiiiriiiii!!!!¨. Erfahren wir in der Pause die Spielstände der anderen Partien, wundern wir uns 1) über überhaupt nix mehr 2) über überhaupt nix mehr 3) über überhaupt nix mehr.

1) Bis 2) nächstes 3) Jahr!

Come on, Sportklub!

Entwicklungshilfeaktion im Burgenland

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 08.05.2015 | Heimspiel gegen Ritzing

Heute kommt Ritzing. Aus dem schönen Burgenland. Wunderschön sogar, vor allem jetzt gerade. Es sind allerdings nicht etwa die zahlreichen pannonischen Verschönerungsvereine, die dafür verantwortlich zeichnen, sondern es handelt sich offenbar viel mehr um eine tolle Aktion für die Preisträgerinnen oder Preisträger eines experimentellen Lyrik-Wettbewerbs für solche MitbürgerInnen, die unserer schönen deutschen Sprache erst rudimentär mächtig sind. Entweder, weil sie sprachentwicklerischer Förderung bedürfen, oder weil sie vielleicht erst kürzlich in unserem jüngsten Bundesland sesshaft geworden sind.

In jedem Fall aber sind derlei integrative Aktionen, die auf Inklusion und nicht auf Ausgrenzung gegenüber der Mehrheitsbevölkerung setzen, nur zu begrüßen. Gleich auf überall gut sichtbaren 16-Bogen-Plakaten werden die glücklichen GewinnerInnen im ganzen Land affichiert. Groß portraitiert, strahlen sie ins Land mit den meisten Sonnenstunden. Dahinter meist ihr stolzer Pate, der gleichsam auch der Leiter der sozialen Kreativwerkstatt ist.

Auch auf den Plakaten zu lesen, die jeweils premierten Gedichte dieser gelungenen Entwicklungshilfeaktion.

Und natürlich möchten auch wir zwei Beiträge veröffentlichen, die sich durch besonders ausgefeilte Reimkunst auszeichnen:

„Nicht jeder, der will – bekommt Asyl“
Und es geht noch besser:
„Heimische Könner – statt Ost-Dumping-Löhner“

Liebe Ritzinger, wir wünschen Euch einen kurzen Landtagswahlkampf und uns 3 Punkte, ok?

Come on, Sportklub!

Bist Sportklub oder Vienna?

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 27.03.2015 | Heimspiel gegen First Vienna FC 1894

Welcome to the Dörby of Love!
Heute stellen sich unter dem heiligen Himmelszelt bei der einzig wahren Massen-Messe mit Heilungspotenzial wohl nur die zwei wirklich relevanten Fragen der heutigen Zeit:
Was macht der Kanzler eigentlich beruflich?
UND: Bist Sportklub oder Vienna?

Wir Mopeds knattern nicht nur im Zweitakt, sondern es schlagen auch zwei Herzen in zwei Brüsten. Jetzt, wem kannst du in diesem Land diese tiefenreligiösen Fragen stellen und auch noch hoffen, eine vernünftige Antwort zu erhalten? Gut, du kannst auf Erlösung per amtlicher Eingabe hoffen, aber: ******** – Amtsgeheimnis!

Oder du wendest dich an die nächst höhere Instanz und gehst zur Raiffeisen, aber: ******** – Bankgeheimnis!
Darum macht es uns mächtig stolz, hier exklusiv den ultimativen Super-Jackson-Bist-Sportklub-oder-Vienna-Check zu präsentieren, der zumindest die eine der zwei letzten großen Fragen der Menschheit in aller Unbestechlichkeit und Klarheit beantwortet:

Welcher der beiden Vereine verfügt über
– die größere Tradition?
– das geilste Stadion der Stadt?
– die noch höheren Schulden?
– die legendäreren Legenden?
– the most sexiest Team alive?
– die Fans mit der größten Leidensfähigkeit?
– die längeren Schlangen vor dem Zapfhahn?
– die größere Partybility nach Niederlagen?
– den roarigsten Roar?
– die größte Fankultur, in der für Chauvinismus, Rassismus, Homophobie, Sexismus und andere Spezialitäten aus der alpinen Grauslichkeiten-Greißlerei der ganz, ganz lange Varoufakis-Finger dauerreserviert ist?

So, jetzt liegt die Antwort wohl auf der Hand auf’m Herz!
Und die Kanzler-Frage löst sich auf diesem Weg vielleicht auch – aber das ist eine andere Liga.

Love, Peace and Dörbyness!


PS.: Und ja, wir schreiben auch für die Vienna. Gerne sogar. Die gleichnamige erste Kolumne zum Frühjahrsauftakt findet sich hier. So muss Dörby!

 

Bist Sportklub oder Vienna?

First Vienna FC 1894Unsere Kolumne Kraftrad 1894 auf der Website des First Vienna Football Club: Ausgabe vom 04.03.2015 anlässlich des Heimspiels gegen Admira Amateure

Wir geben ja alles zu, nobody is perfect. Seit einigen Jahren unterstützen wir, die Gebrüder mit dem sportlichen Familiennamen, den Wiener Sportklub. Wir betreiben eine regelmäßige Kolumne in den Alszeilen, der Kampfpostille jenes Hernalser Traditionsvereins, der zwar kein Dach über seiner Heimtribüne, dafür aber ausnehmend nette Fans hat. Wir Mopeds sind eben zu zweit. Und das Herz des einen schlägt für Dornbach. Was soll man machen? Besser ein schwarz-weißer Schlag aus dem Herzen als ein anders gefärbter aufs Maul … weiterlesen auf firstviennafc.at

Hernals darf nicht Simmering werden

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 31.10.2014 | Heimspiel gegen Schwechat

Heute kommt Schwechat. Willkommen! Wir Kaiserebersdorfer Buben haben immer neidisch über die Grenze nach Schwechat gelinst. Schwechat hatte alles, was wir in Simmering nicht hatten. Und das war viel. Wir hatten ja nichts. Damals nach dem Krieg. Gegen Kapfenberg.

Entrische Auwälder, verruchte Nachtcafés, ein eigenes Freibad, mit der Schwechat darüber hinaus ein namensgebendes Gerinne und wasweißichnoch für andere Feuchtgebiete hatte uns die Nachbarstadt voraus. Schwechat war autarkes Gebiet mit eigenem Stadion, Theater, ja sogar einem Flughafen für gleich zwei Papstbesuche.

Entsprechend dort auch der erste Supermarkt überhaupt, der einen nach und für lange Nächte selbst am Wochenende mit dem Lebensnotwendigen versorgte: Bier, das nicht aus Schwechat stammte.

Schwechat hat allein mit Trude Mally, Birgit Denk oder Viktor Klima eine Promi-Dichte, wie wir sie im 11. Hieb nur in der Horizontale zu bieten haben – am Zentralfriedhof. Schwechat scheint also perfekt. Und da reden wir noch nicht einmal von der elektrischen Kegelbahn.

Diese materielle und kulturelle Überlegenheit ließ uns die Schwechater Jugend natürlich in aller Herablassung spüren. Wann immer wir illegal die Demarkationslinie überschritten, um zumindest für kurze Momente den Duft der weiten Welt zu schnuppern, schütteten die Schwechater Patrizier schon Spott und Hohn über uns und straften uns Wirtschaftsflüchtlinge mit Verachtung. Unser Migrationshintergrund war alleine schon durch unsere „Schwechater“-Dosen nicht zu verheimlichen.

Dabei waren gerade wir es, die das Schwechater Bier zum meist verkauften Dosenbier Österreichs machten – und die Braustädter reich. Wie so oft also lastete auch hier der Wohlstand der Hartherzigen auf den Lebern der Vorstadt.

Hernals darf nicht Simmering werden.
Come on, Sportklub!

 

Gerechtigkeit für die Wut-Oma

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 17.10.2014 | Heimspiel gegen Donaufeld

Heute kommt Donaufeld. Willkommen! Abgesehen davon, dass die Dornbacher Buben auch heute wieder einmal sportlich aufmucken könnten und Schwarz-Weiß in Farbe erstrahlen lassen, haben wir uns Gedanken gemacht, was den Verein marketingtechnisch sonst noch weiterbringen würde.
Wir fragen uns, ob denn nicht neben den großartigen Tätigkeiten von „Dornbach Networks“ und den zahlreichen Veranstaltungen auch noch verlockende Angebote für die Familie noch mehr Zuspruch für den Sportklub bringen könnten. Der Fußballplatz als reiner Männerhort sollte doch längst ausgedient haben. Familie ist sexy. Und da reden wir schon lange nicht mehr allein von der guten alten Kernfamilie Vater-Mutter-Kind. Selbst heimische politische Köpfe mit Ideentheorien aus dem letzten Jahrtausend wissen das stark wachsende Segment der Patchwork-Familien mit Zuckerln zu locken – zumindest manche Wochen im Wahlkampf und genau bis zum Wahltag.
Warum nicht auch von Vereinsseite unwiderstehliche Angebote machen. Der Gottmutter der Sonntagsreden zum Beispiel: der alleinerziehenden Billa-Kassierin!
„Komm zum Vorteils-Klub: Minus 25% auf jedes Gegentor!“ Das würde allein schon jedes hart erkämpfte 4:4 in einen 4:3 Sieg verwandeln.
Wenden wir uns doch aber auch an ihren männlichen Antagonisten, den noch berühmteren „Kleinen Mann von der Straße“. Steht er einsam vor den Stadiontoren, weil er ob seiner geringen Größe ohnehin nichts sehen würde: Für jedes Ticket 1 Schemel gratis!
Nutzen wir auch die Strahlkraft der umgarnten „Wut-Oma“! Meint ein Schiedsrichter und sein Team wieder einmal, den „Enrico Palazzo“ geben zu müssen – freie Platzwahl für die Omi direkt am Spielfeldrand: Sie wird’s den großkopferten Schwarzen schon hineinsagen!
Und nicht zuletzt müssen wir uns dem Tierschutz zuwenden. Des Österreichers Lieblingshaustier muss künftig unbedingt und gratis mit ins Stadion dürfen! Die Rede ist natürlich von der „Melkkuh der Nation“.

„Wirst sehen, da wird was draus!“ (Ernst Happel)

Come on, Sportklub!

Die Mauer muss weg

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 03.10.2014 | Heimspiel gegen Sollenau

Heute kommt Sollenau. Aus dem schönen Niederösterreich. Ein früherer Innenminister aus dem Wien umzingelnden Donauland wandte sich einst in aller Menschlichkeit an eine tschetschenische Flüchtlingsfamilie, in dem er mit seiner sozialarbeiterischen Kompetenz die Paradoxe Intervention anwandte und meinte: Wir laden die Menschen ein, das Land zu verlassen. Das war allerdings noch ehe er sich schnurstracks für den Aufenthalt in einer Verwahranstalt empfahl, die er zuvor als Minister noch selbst eröffnet hatte.

Nun muss sich eben seine Landsfrau und Amtsnachfolgerin mit Sicherheitsfragen wie Grenzschutz, Migrationskriminalität und Flüchtlingsunterbringung herumschlagen. Es will sich nur kein richtiger Erfolg bei ihren Bemühungen einstellen, den Spagat zwischen Humanität und Härte zu schaffen.

Dabei würde sich ein Blick nach Wien lohnen, wie’s gehen könnte. Denn trotz der angespannten Lage, war es wieder einmal die Bundeshauptstadt, die eingesprungen ist, die Bedürftigen – im Gegensatz zu anderen Bundesländern – aufzunehmen.

Alleine 34.000 Notwandernde waren es nur letztes Jahr. So viele NiederösterreicherInnen sind nämlich 2013 nach Wien gezogen. Und da sind die ArbeitsmigrantInnen, die abends die Stadt wieder verlassen, gar nicht mitgerechnet.

So geht Integration in Wien. Man hat hier nichts gegen fremdbundesländische Zuwanderer. Und das gilt natürlich auch und insbesondere für uns beim Sportklub. Wir heißen also auch die Burschen aus Sollenau herzlich willkommen. So lange sie mit Sertan Dornbacherisch reden, ihre Fans uns nicht die U-Bahnplätze wegnehmen und sie uns nicht die Punkte stehlen.

Da braucht’s doch keinen Grenzschutz. Wir sind gegen Grenzen. Wir sind gegen Mauern. Gerade heuer, 25 Jahre nach dem Mauerfall. Und solltet Ihr Sollenauer Euch heute bei einem Sportklub-Freistoß in 9,15m Entfernung aufstellen wollen, werden wir Euch laut, deutlich und nachdrücklich zurufen: Die Mauer muss weg!

Come on, Sportklub!

 

Eurovision Song Contest 2015 in Dornbach

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 16.05.2014 | Heimspiel gegen ATSV Ober-Grafendorf

Heute kommt Ober-Grafendorf. Und nächstes Jahr der Eurovision Song Contest? Seit letzten Samstag, dem herzerfrischenden Sieg von Conchita Wurst, hat der ORF, hat Wien ein Problem: Wo soll der Wettbewerb 2015 ausgetragen werden?

Hat ja auch niemand ahnen können, dass der Underdog, der Außenseiter groß abräumt. Aber mit dieser Art Rollenbewusstsein ist man in Dornbach längst per du! Daher unsere klare Forderung: Der Song Contest 2015 muss am Sportclubplatz ausgetragen werden. Gewiss, es müssten manche Adaptionen vorgenommen werden, um solch ein Mega-Event hier am Platz auf die Beine zu stellen. Das Clublokal Flag sollte zur Sicherheit einen Karton Prosecco kaltstellen (eventuell einen zweiten in Reserve). Ja, und wir sagen’s gerne noch einmal, dass es gerade für diese Art Veranstaltung notwendig wäre, den einen Lautsprecher auf der Friedhofstribüne zu reparieren – nur wegen der Akustik. Letztlich, um nicht gar so vom Wetter abhängig zu sein, sollte der Sportclubplatz aber auch überdacht werden, wobei auf die Bedürfnisse der Friedhofstribüne unbedingt Rücksicht genommen werden müsste, in dem gerade dort die Überdachung für den Meisterschaftsbetrieb wieder abmontiert werden kann. Aber sonst sollte das alles so passen. Freilich hätten wir auch nichts dagegen, wenn diese Arbeiten nicht ausschließlich ehrenamtlich passieren müssten, sondern die Stadt Wien das Stadion einfach renoviert und eurovisionsfit macht.

Ernst Kuzorra war übrigens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wohl der wichtigste Spieler auf Schalke. Gefragt, ob künftig Fußballstadien nicht auch nach Frauen benannt werden sollten, hatte dann der deutsche Bundespräsident Johannes Rau geantwortet: „Und wie soll das dann heißen? ‚Dem-Ernst-Kuzorra-seine-Frau-ihr-Stadion‘?“ Auch diesbezüglich wäre in Dornbach alles viel einfacher und der neue Name liegt auf der Hand: Wurstclubplatz!

Geht das bitte? Kann ja nicht so schwer sein, und wir erlauben uns, diese Frage an den Volker Piesczek seine Frau ihr Büro weiterzuleiten.

Come on, Wurstclub!
Come on, Sportklub!