Die Mauer muss weg

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 03.10.2014 | Heimspiel gegen Sollenau

Heute kommt Sollenau. Aus dem schönen Niederösterreich. Ein früherer Innenminister aus dem Wien umzingelnden Donauland wandte sich einst in aller Menschlichkeit an eine tschetschenische Flüchtlingsfamilie, in dem er mit seiner sozialarbeiterischen Kompetenz die Paradoxe Intervention anwandte und meinte: Wir laden die Menschen ein, das Land zu verlassen. Das war allerdings noch ehe er sich schnurstracks für den Aufenthalt in einer Verwahranstalt empfahl, die er zuvor als Minister noch selbst eröffnet hatte.

Nun muss sich eben seine Landsfrau und Amtsnachfolgerin mit Sicherheitsfragen wie Grenzschutz, Migrationskriminalität und Flüchtlingsunterbringung herumschlagen. Es will sich nur kein richtiger Erfolg bei ihren Bemühungen einstellen, den Spagat zwischen Humanität und Härte zu schaffen.

Dabei würde sich ein Blick nach Wien lohnen, wie’s gehen könnte. Denn trotz der angespannten Lage, war es wieder einmal die Bundeshauptstadt, die eingesprungen ist, die Bedürftigen – im Gegensatz zu anderen Bundesländern – aufzunehmen.

Alleine 34.000 Notwandernde waren es nur letztes Jahr. So viele NiederösterreicherInnen sind nämlich 2013 nach Wien gezogen. Und da sind die ArbeitsmigrantInnen, die abends die Stadt wieder verlassen, gar nicht mitgerechnet.

So geht Integration in Wien. Man hat hier nichts gegen fremdbundesländische Zuwanderer. Und das gilt natürlich auch und insbesondere für uns beim Sportklub. Wir heißen also auch die Burschen aus Sollenau herzlich willkommen. So lange sie mit Sertan Dornbacherisch reden, ihre Fans uns nicht die U-Bahnplätze wegnehmen und sie uns nicht die Punkte stehlen.

Da braucht’s doch keinen Grenzschutz. Wir sind gegen Grenzen. Wir sind gegen Mauern. Gerade heuer, 25 Jahre nach dem Mauerfall. Und solltet Ihr Sollenauer Euch heute bei einem Sportklub-Freistoß in 9,15m Entfernung aufstellen wollen, werden wir Euch laut, deutlich und nachdrücklich zurufen: Die Mauer muss weg!

Come on, Sportklub!

 

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