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Faschierter Faschist

Foto: Manu El Loco, Montage: Gebrüder Moped (CC BY-SA 2.0)
Foto: Manu El Loco, Montage: Gebrüder Moped (CC BY-SA 2.0)

Dieses Jahr, 2016, jährt sich zum 30. Mal die Wahl Kurt Waldheims zum Bundespräsidenten. Die ersten sechs Jahre, die Österreich sich’s auf der außenpolitischen Isolierstation bequem machte – es sollten 24 weitere bis jetzt folgen. Was war geschehen? Das Nachrichtenmagazin “profil” enthüllte damals im Wahlkampf, dass der von der ÖVP nominierte Präsidentschaftskandidat Dr. Kurt Waldheim ehemals im 2. Weltkrieg ein Nazi gewesen wäre. Natürlich war das nicht so gewesen, sondern der damalige sozialdemokratische Bundeskanzler Dr. Sinowatz machte klar: Ich stelle fest, dass Kurt Waldheim nie bei der SA war, sondern nur sein Pferd … weiterlesen auf vienna.at

Gerechtigkeit für Fred Sinowatz

Wiener SportklubUnsere Kolumne Jausengegner in den Alszeilen des Wiener Sportklub: Ausgabe vom 03.05.2014 | Heimspiel gegen SV Mattersburg (A)

Heute kommt Mattersburg. Aus dem schönen Burgenland. Wir Moped-Brüder mögen diesen Flecken Erde sehr. Ganz ohne Witz. Schaut man nämlich ein bisserl genauer hin, hat unser jüngstes Bundesland überraschend viel mit dem Sportklub gemeinsam: Gern unterschätzt, leidenschaftlich, gastfreundlich, bescheiden, klein, fein, arm – aber sexy! In jeder Hinsicht flach und trotzdem fröhlich – so sind wir beide halt! Dabei zeigen schon die nackten Zahlen, welch buntes, breites Spektrum das Burgenland zu bieten hat:

4 Volksgruppen, die friedlich miteinander auskommen
3 Resetarits-Brüder
2-sprachige Ortstafeln
1 Kreisverkehr pro EinwohnerIn (reine Schätzung)

Sogar einen Bundeskanzler stellte der Underdog unter den Bundesländern. Es war Fred Sinowatz, der das wohl pointierteste Bonmot eines österreichischen Politikers ever aus dem Sakkoärmel geschüttelt hat: „Nehmen wir also zur Kenntnis, dass nicht Waldheim bei der SA war, sondern nur sein Pferd.“

Es war aber ein anderes Zitat des unterschätzten Historikers mit der höchst kreativ gestylten Nase, das in verwordakelter Form Geschichte machen sollte: „Es ist alles so kompliziert!“ wurde zum Gassenhauer der Schenkelklopfer. Gräbt man aber den unverunglimpften Director’s Cut aus, gereicht das locker zu seiner Ehrenrettung:

„Ich weiß schon, meine Damen und Herren, das alles ist sehr kompliziert so wie diese Welt, in der wir leben und handeln, und die Gesellschaft, in der wir uns entfalten wollen. Haben wir daher den Mut, mehr als bisher auf diese Kompliziertheit hinzuweisen; zuzugeben, dass es perfekte Lösungen für alles und für jeden […] gar nicht geben kann.“

Wer hätte das gedacht. Ein beherzter Appell für mehr Fehlertoleranz in einer pluralistischen Gesellschaft – Baujahr 1983!

(Ob man das Wort Fehlertoleranz mit „c“ oder „k“ schreibt, wissen wir übrigens nicht.)

Come on, Sportklub!